SHORTIES - 001 - Agnes Thi Mai

Shownotes

Willkommen bei den Aktivkohle Shorties – kurz, knackig und voller Support für Projekte aus der deutschen BIPoC-Community.

In dieser Folge ist Agnes Thi Mai zu Gast: Schauspielerin, Musikerin und Filmemacherin mit vietnamesischen, chinesischen, ungarischen und deutschen Wurzeln – geboren in Bayern, heute in Berlin.

Agnes erzählt, warum Vernetzung in der Branche so entscheidend ist und stellt das Community-Projekt Asian New Wave vor: eine Plattform (inkl. WhatsApp-Gruppe mit hunderten Mitgliedern), die asiatische Filmschaffende sichtbarer macht – für Austausch, Jobs, Crew-Suche, Screenwriting, Technik, Events und gegenseitige Unterstützung.

Außerdem gibt Agnes Einblicke in ihr nächstes großes Vorhaben: eine Dokumentation über die zweite und dritte Generation vietnamesischer Bootsflüchtlinge in Europa und den USA – über Identität, Sprache, Herkunft und das Gefühl, „so auszusehen“, aber das Land kaum zu kennen. Die Doku soll zugleich Hintergrundwissen und Inspiration für eine fiktionale Geschichte liefern – und Agnes will dabei sogar den Soundtrack selbst machen.

Eine motivierende Folge über Kreativität, Community-Power und das Dranbleiben, gerade wenn Ablehnung zum Alltag gehört. Und natürlich: wie man Asian New Wave findet und mitmachen kann.

Transkript anzeigen

00:00:01: Hallo, herzlich willkommen bei den Aktivkohle Shorties.

00:00:09: Ich bin Annabelle Mandengel, ich bin Deutsche mit Kamerunischen Wurzeln und ich stelle hier bei den Aktivkohle Shorties immer kurz und knapp Projekte aus der deutschen BPUC Community vor und dazu natürlich die Persönlichkeiten, die dazu gehören.

00:00:21: Diesmal ist Agnes Timay bei mir zu Gast.

00:00:24: Hallo.

00:00:24: Hallo.

00:00:24: Herzlich willkommen.

00:00:25: Dankeschön.

00:00:26: Du bist Schauspielerin und bist ja auch Deutsche mit internationalen Wurzeln.

00:00:30: Mit welchen denn?

00:00:31: Vietnamesisch.

00:00:32: Meine Mutter kam aus Zentral- und Süd-Vietnam nach Deutschland.

00:00:38: Der Großvater ist aus China und mein Vater ist aus Deutschland und hat ungerische Wurzeln.

00:00:44: Wow.

00:00:44: Aber du bist geboren?

00:00:45: In Süddeutschland.

00:00:47: In Bayern.

00:00:47: Und bist jetzt in Berlin gelandet.

00:00:50: Du hast als Schauspielerin natürlich den Anspruch, dass du schöne, tolle Filme drehst, selber machst, aber dass halt auch deine Community unterstützt wird.

00:00:57: Dazu hast du dir jetzt mit einer Freundin überlegt, was ist das genau?

00:01:00: Also wir haben vor zwei Jahren zusammen mit den schwarzen Filmschaffenden, das Berlin-Asian Film Network und die schwarzen Filmschaffenden haben gemeinsam eine mehrere Veranstaltungen gemacht im Kunsthaustag.

00:01:16: Im Kunsthaustacheles?

00:01:17: E-maligen Kunsthaustacheles.

00:01:18: Jetzt heißt es Fotografiska.

00:01:20: Ja, genau.

00:01:22: In Berlin-Mitte, ja.

00:01:23: Dazu haben wir dann auch gesagt, wir gründen eine Community-Seite, in der wir uns auch zeigen.

00:01:30: Personen mit unserer Arbeit und daraus entstand ein Asian New Wave und das mache ich zusammen mit einer Schauspielerfreude.

00:01:37: Das heißt, man kann auch auf Instagram folgen, das für alle, die es noch nicht tun.

00:01:42: Und in welcher Form tauscht ihr euch untereinander aus?

00:01:45: Wir

00:01:45: haben eine WhatsApp-Gruppe, da sind ungefähr über dreihundert Mitglieder.

00:01:51: Und wir haben verschiedene Kategorien, also auch Community-Events vor der Kamera, Screenwriting.

00:02:00: Technik und Equipment.

00:02:02: Ja, also, es sind mehrere Kategorien, die wir auch...

00:02:05: Ja, und trefft ihr euch auch mal außerhalb, also trefft ihr euch auch mal analog.

00:02:07: Das machen wir auch von den schwarzen Filmschaffnern, da bin ich ja drin.

00:02:11: Und dann gibt es aber auch die Black Women X-Matter.

00:02:13: Ich finde das ja auch unheimlich wichtig, dass man sich untereinander vernetzt, dass es eben so eine Veranstaltung, wie du gerade beschrieben hast, in der Fotografiske, das muss es ja viel öfter geben.

00:02:21: Wahrscheinlich zur Berlinale, nehme ich an, beim nächsten Mal.

00:02:24: Wie sieht das aus, wenn ihr euch trefft?

00:02:25: Was macht ihr

00:02:26: dann?

00:02:28: Meistens treffen wir uns halt privat und essen was zusammen oder so, ja und tauschen uns auch.

00:02:32: Das

00:02:33: ist halt immer so ein Picknick, jeder bringt was mit.

00:02:37: Du bist aber auch Musikerin.

00:02:39: Das heißt, was machst du für Musik?

00:02:41: Also ich bin so auf den kleinen Bühnen Berlins als Singer-Songwriter unterwegs mit eigenen Songs und momentan singe ich auf Deutsch und auf Englisch, wobei ich auch auf Vietnamesisch singen möchte.

00:02:56: Und das Ganze ist gedacht, also langfristig gesehen, als Ziel, dass ich das auch als Soundtrack für meinen Film nehmen kann, weil ich in Vorbereitung auf einen Film, den ich produzieren möchte.

00:03:06: Super.

00:03:06: Und da möchte ich auch den Soundtrack machen.

00:03:08: und Regie und ja, alles.

00:03:11: Und der Film soll dann wo spielen?

00:03:13: In Deutschland und in Winter.

00:03:15: Und auch in Amerika teilweise.

00:03:17: Also eine Dokumentation.

00:03:18: Eine Dokumentation?

00:03:19: Oh, das ist ja die hohe Kunst, vielleicht.

00:03:22: Worum geht es denn nur das?

00:03:24: Also es geht um... Meine Generation, zweite Generation und dritte Generation vietnamesischer Wurzflüchtlinge, die damals nach Europa oder nach Amerika gekommen sind.

00:03:39: Und ich habe gemerkt, dass ganz viele Leute in meiner Generation dasselbe Problem haben, also auch unter den Filmen machen und den Künstlern.

00:03:48: Wir haben vietnamesische Stämme gewurzelt, aber wir haben so gut wie gar keine Ahnung von dem Land.

00:03:52: Viele sprechen auf die Sprache nicht.

00:03:54: Auch wenn wir so aussehen und das möchte ich erforschen.

00:03:57: und die Geschichten dahinter erzählen.

00:03:59: Ich drück dir die Daumen.

00:04:00: Das klingt total, total spannend.

00:04:02: Dankeschön.

00:04:04: Wenn man jetzt so ein Film macht, weil wir wollen ja auch Tipps geben, motivieren für diejenigen, die zuhören, wenn man ein Film macht, beziehungsweise als Schauspielerin, wie bist du dazu gekommen?

00:04:12: Also was waren deine Schritte, dass du jetzt den Weg so gehst, wie du hingehst?

00:04:16: Ach, ganz klassisch.

00:04:17: Wie bei den meisten anderen Schauspielern, glaube ich auch.

00:04:20: Also mit sechs Jahren angefangen, Schultheate zu spielen, im Schulchor zu singen, dann nebenbei Tanz- und Musical-Ausbildung gemacht, dann auf die Schauspielschule gegangen und irgendwann zum Drehen angefangen.

00:04:33: Ja, ganz normal.

00:04:34: Ganz normal ist gut.

00:04:35: Ich habe das nicht gemacht.

00:04:35: Ich bin Autodidaktin.

00:04:36: Ich drehe auch.

00:04:37: Als Schauspielerin habe ich schöne Projekte und so weiter, aber ich bin diesen Weg nicht gegangen.

00:04:41: Deswegen ... Ich versuche mal den Leuten auch zu sagen, mach einfach, heutzutage kann man das einfach machen.

00:04:49: Was waren deine ersten Erfahrungen, deine ersten Schritte dann, als du angefangen hast, vor der Kamera auch wirklich tätig zu sein?

00:04:54: Kurzfilme gedreht, Studentenfilme gedreht, Kurzfilme gedreht.

00:04:58: Und warum bist du jetzt in die Dokumentation gegangen?

00:05:01: Also hast du jetzt deine eigene Geschichte zu erforschen, aber wieso ist das... Nicht kein fiktive Geschichte, ihr könnt es ja auch sein.

00:05:07: Da hast du mehr Freiheit.

00:05:08: Warum ist dir das wichtig, dass du dir das

00:05:10: so machst?

00:05:11: Die fiktive Geschichte schreibe ich auch.

00:05:14: Also es gibt noch eine effektive Geschichte.

00:05:16: Und die Dokumentation ist eher dafür gedacht, auch zu Hintergrundwissen zu sammeln und Inspirationen zu finden für die fiktionale Geschichte.

00:05:28: Großartig.

00:05:29: Wird das dann ein Kinofilm werden oder gehst du an die

00:05:31: Sende an?

00:05:32: Ja, Kino und Streaming hätte ich gedacht.

00:05:35: Ja, das ist eine gute Wahl.

00:05:36: Ich habe auch einen Stoff geschrieben, habe auch eine Filmproduktionsfirma gegründet und mache es eben auch so, dass ich jetzt einreiche zwar für Filmförderung, aber gleichzeitig auch mit Streamern in Kontakt bin.

00:05:46: Sehr auch unterschiedlich, wenn du jetzt zum Beispiel, also wenn man ja einen Film macht, dann muss man nur zwei Dialogs sehen.

00:05:53: Und natürlich das Pitch abgeben.

00:05:56: Aber wenn man halt eine Serie macht, dann muss man den Sender schon haben.

00:06:00: Und das ist halt so kompliziert.

00:06:02: Ich kann nur raten, geh zur Bayerischen Förderung, die sind da einfacher.

00:06:06: Wenn du einen Stoff findest, den du da platzieren kannst,

00:06:08: dann kannst du das vielleicht auch machen.

00:06:09: Also die Geschichte soll auch in Bayern spielen.

00:06:11: Also ich komme hier aus Bayern, das macht ja... Das ist

00:06:14: super.

00:06:15: Für diejenigen, die jetzt deinen Weg gehen wollen, was gibst du denen an Ratschlägen mit?

00:06:19: Also die junge Generation, wie motivierst du die aus der eigenen... Community aber auch darüber hinaus

00:06:24: weiter machen einfach weiter machen an sich glauben und also weiter machen einfach machen machen und weiter machen.

00:06:32: also Ich glaube, gerade in unserem Beruf ist es so, dass man gerade am Anfang auf sehr viel Ablehnung stößt.

00:06:38: Also machen, ja, aber weitermachen ist, glaube ich, wichtig.

00:06:41: Und

00:06:41: sich miteinander vernetzen.

00:06:42: Und sich

00:06:43: vor allen Dingen miteinander verletzen und austauschen und sich gegenseitig unterstützen und inspirieren lassen und inspirieren und gegenseitig stärken.

00:06:51: Wie ist die Resonanz von eurer Community, wenn ihr jetzt auf die Casting-Macherin trefft?

00:06:58: Weil ich höre ja auch immer wieder, wir in Anführungszeit sind schwer zu finden.

00:07:02: überbrückt dir das?

00:07:03: Deswegen haben wir diese Seite, damit wir eben auch, damit die Caste uns auch einfacher sehen kann.

00:07:07: Ja.

00:07:08: Sehr gut.

00:07:09: Guter Tipp für alle, die es

00:07:10: machen wollen.

00:07:10: Also das war der erste Gedanke, dass wir eben eine Seite haben.

00:07:13: Ich habe mich selber noch nicht gepostet, aber dass wir einfach eine Seite haben, wo damit die Caste uns finden, wo halt wirklich alle asiatischen Filme machen.

00:07:21: da sind und das ist ganz ja auch oft so bei den jungen Leuten die haben vielleicht noch nicht so das Portfolio und sie vielleicht wissen auch noch gar nicht wo sie hingehen soll und wo man wo sie sichtbar sein können.

00:07:32: und dafür ist das halt auch gedacht dass dass man sich vernetzt und

00:07:36: sehr gut.

00:07:36: Asian New Wave bei Instagram auch im Internet

00:07:40: Erst mal bei

00:07:41: Instagram.

00:07:42: Und die WhatsApp-Gruppe natürlich.

00:07:43: Und die WhatsApp-Gruppe.

00:07:44: Das heißt, wenn man euch jetzt anschreiben möchte, dann geht man einfach bei Instagram rein, schreibt eine direkte Message und kann dann auch eigene Projekte vorstellen.

00:07:52: Ja, ja, ja, bitte.

00:07:54: Bitte, mach das.

00:07:55: Wunderbar.

00:07:56: Das war's auch schon.

00:07:57: Danke.

00:07:57: Agnes, vielen Dank, dass du da warst.

00:07:59: Ich wünsch dir total viel Glück mit deinem Projekt.

00:08:01: Das ist wirklich wahnsinnig spannend für alle, die sie unterstützen wollen.

00:08:05: Das ist bei Asian Mew Wave.

00:08:07: Gibt es die Möglichkeit, einfach dort zu folgen, Nachrichten zu schreiben.

00:08:11: Und dann schaut man mal weiter.

00:08:12: Danke, dass du da warst bei mir.

00:08:17: Aktivkohle Shorties.

00:08:24: Tschüss!