Iskandar Widjaja
Shownotes
In dieser Folge von AKTIVKOHLE trifft Annabelle Mandeng auf einen Ausnahmemusiker zwischen den Welten: Iskandar Widjaja – international gefeierter Geiger, Komponist und Grenzgänger zwischen Klassik und Pop.
Geboren in Berlin, verwurzelt in Indonesien, und den arabischen und holländischen Kulturen, spricht Iskandar offen über Identität, künstlerische Freiheit und den Mut, sich nicht festlegen zu lassen. Er erzählt von seinem Leben zwischen Berlin und Jakarta, von Bach als Lebensschule, von Perfektionismus, Meditation, Wunderkind-Mythen – und davon, warum Musik für ihn mehr ist als ein Beruf: ein Lebenssinn.
Im Gespräch geht es um:
🎶 Klassik vs. Pop – warum Schubladen überholt sind
🌍 Multikulturalität, Heimat & Globalisierung
🧠 Disziplin, Flow, Krisen und kreative Freiheit
🎻 Stradivari vs. Vuillaume – die Seele eines Instruments
❤️ Musik als Brücke zwischen Menschen und Generationen
Ein tiefgründiges, inspirierendes Gespräch über Vielfalt, Haltung und die Kraft der Musik, inklusive Live-Momenten und persönlichen Einblicken in das Leben eines Weltklasse-Geigers.
Und als kleines Extra spielt Iskandar uns ein Ständchen auf seiner 150 Jahre alten Vuillaume vor.
🎧 Jetzt reinschauen / reinhören – und neu entdecken, was Musik verbinden kann.
Transkript anzeigen
00:00:19: Hallo und herzlich willkommen bei Aktivkohle.
00:00:30: Mein Name ist Annabelle Mandeng, ich bin Deutsche mit kamerunischen Wurzeln und ich freue mich sehr dass ich mich jedes Mal mit meinen Gästen unterhalten darf die einen ähnlichen Ursprung haben also auch deutsche sind mit internationalen Wurzeln.
00:00:42: Und den Titel aktivkohler habe ich deswegen gewählt in Anlehnungen an die Substanz aktivkuhle die man ja aus der Apotheke kennt die er bekanntlicherweise klärt reinigt filtert bei Verdauungsproblemen hilft.
00:00:55: Insofern ist mein Podcast dazu gedacht, zu zeigen wie toll es ist, dass wir in einer multikulturellen Gesellschaft leben als eine Art Hilfsmittel gegen Verdaugungsprobleme rund um das Thema Vielfalt – deshalb Aktivkohle!
00:01:10: Heute freue ich mich auf einen ganz besonderen Gast der zwischen zwei Welten lebt.
00:01:14: Er ist in Berlin geboren.
00:01:16: Er lebt zwischen Indonesien und Deutschland, zwischen Berlin und Jakarta.
00:01:21: Er ist Deutscher mit indonesischen, arabischen und holländischen Wurzeln.
00:01:25: Und er isst ein Geiger von Weltrang!
00:01:28: Er gilt als einer der spannendsten Geiger in der jüngeren Generation Der Gegenwart... ...und er lässt sich überhaupt nicht festlegen.
00:01:35: Er spielt Klassik und Pop.
00:01:38: Er überspielt die Grenzen und die Erwartungshaltungen, die an ihn gestellt werden.
00:01:43: Trotz seiner vielen Reise- und Termine ist er heute hier.
00:01:46: Ich freu mich unheimlich.
00:01:47: Iskandar Vijaya
00:01:49: ist in der Haus.
00:01:53: Toll!
00:01:54: Ich freu mich, bei dir zu sein.
00:01:56: Vielen Dank für die Einladung, Agel.
00:01:58: Ist toll.
00:01:59: Ich finde das
00:01:59: total klasse.
00:02:00: aber ich dachte dann nachnahm wir jetzt trotzdem falsch aus.
00:02:01: Nein,
00:02:02: richtig alles richtig.
00:02:03: Vijaya.
00:02:04: Vijayah, super gut.
00:02:05: Ich hab mir vorher noch geübt.
00:02:07: Es ist total klasse dass du da bist.
00:02:09: wo kommst du denn gerade her?
00:02:10: Ich war sehr viel unterwegs die letzte Zeit.
00:02:14: Ich hatte ein Konzert in Italien, im Norditalien Gorizia.
00:02:18: Danach war ich in Venedig, Mestre und in den dilumiten Wandern.
00:02:21: Dann gab es einen Anruf plötzlich vom Manager.
00:02:24: Kommen nach München sofort!
00:02:25: Da ist die DLD-Konferenz und dann bin ich jetzt am Wochenende noch kurzfristig nach München.
00:02:30: Hatte einen Auftritt dort... auf der Konferenz zweimal und bin dann eben jetzt Anfang der Woche wieder zurück nach Berlin gekommen für kurze
00:02:37: Zeit.
00:02:38: Klasse, ich hab das Video gesehen von deinem Konferenz bei auch so ein bisschen Fusion
00:02:41: ne?
00:02:41: Genau!
00:02:41: Ich mag's gerne indonesische Elemente in meine Shows einzubinden.
00:02:45: Ich hatte indonesisch Tänzer aus Regensburg dazu gecastet aber im Outfit auch so'n bisschen Fusion westlich und asiatisch mit drin gehabt.
00:02:55: ja genau
00:02:56: Und outfitmäßig, du bist ja wirklich in den Indonesien ein Popstar der auch als Mode-Ikone gilt.
00:03:02: Werbegesicht ist und hier bist du ein klassischer Klassikstar!
00:03:08: Du sagst ja von dir selbst dein Zuhause ist die Musik.
00:03:11: Wie beschreibst du dich dann aber selber am liebsten?
00:03:13: Also ich hab persönlich aufgehört, diese Trennung zu machen.
00:03:16: Dieses Strickte... Ich mach jetzt in Indonesien Entertainment und in Deutschland bin ich ganz seriös und mache nur noch ganz langweilige Sachen.
00:03:25: Das nicht mehr!
00:03:26: Es war früher so eine Art Angst dass ich vielleicht irgendwie bewertet werde wenn hier auch andere Sachen außer die reine Klassik spiele.
00:03:35: Und ich selbst spiele das, was mir gefällt.
00:03:38: Ich bin sowieso ein bunter Mischmasch von allen möglichen Einflüssen.
00:03:43: Zukunft der Globalisierung würde ich vielleicht sagen weil irgendwie alles so ein bisschen mit drin ist auch im Geschmack und in den Musikrichtungen.
00:03:51: Deswegen ein bunster Misch-Masch.
00:03:52: Also super!
00:03:53: Weil ich habe ja E&U-Musik dann nachgeguckt... ...weil das heißt sehr ernsthaft und unterhaltsame Musik?
00:03:57: Ja, das gibt es aber noch bei uns.
00:03:58: Das ist ja eigentlich electronic and underground.
00:04:00: Habe ich gedacht?
00:04:01: Stimmt aber nicht Es ist E&Us.
00:04:04: Es ist aber schon in Deutschland manchmal schwierig, wenn man sich dann sagt nein ich lass mich eben nicht festlegen.
00:04:09: Was für
00:04:09: Resonanz hast du da
00:04:10: bekommen?
00:04:11: Es ist wirklich die Frage mit diesem E und U. wir sagen Ernst und Unterhaltung.
00:04:17: Wo ist da die Grenze?
00:04:18: Ist eine Mozart-Oper nicht auch unterhaltsam und kann nicht ein Pop-Song auch ein ernstes Thema beinhalten.
00:04:25: Ich finde, da verschwimmen die Grenzen und wir brauchen dieses Schubladendenken heutzutage gar nicht mehr.
00:04:31: Es geht wirklich um die Message es geht darum erreich so sein Publikum und um die Emotion dahinter.
00:04:37: Und das ist meine Hauptaufgabe als Musiker Das rüberzubringen als Botschafter.
00:04:41: und diese Schubladen können wir auch vergessen.
00:04:44: Super!
00:04:50: Du sagst ja auch, Musik ist mein Lebenssinn.
00:04:53: Also das klingt ja weniger nach einem Beruf sondern eigentlich nach einer existenziellen Leidenschaft.
00:04:57: Wann wusstest du dass das bei dir so ist?
00:05:01: Weil du bist ja nicht nur Geiger, du bist auch Sänger und du bist Komponist also bei dir fließt er ganz viel mit rein.
00:05:07: wann war dir dieser Weg dann klar?
00:05:09: Relativ früh habe ich gemerkt, dass es sich einfach gut und natürlich anfühlt für mich auf der Bühne zu stehen.
00:05:16: Es gibt ja Musiker, die sind gar nicht live aktiv.
00:05:18: Die sind nur im Studio oder es gibt verschiedene Berufswege, die man wählen kann im Orchester.
00:05:24: Lehrer kann man auch werden und für mich hat sich das tatsächlich gut natürlich angefühlt auf der Bühne zu stehen schon recht früh.
00:05:30: ich kann mich erinnern an den ersten Auftritt mit sieben in Italien.
00:05:34: dann war der Bürgermeister da kam hinter die Bühnen hat die Hand geschüttelt und es hat sich irgendwie so angefühlte Wow!
00:05:38: Vielleicht könnte ich das weitermachen später.
00:05:42: Und diese Idee Musiker zu werden, habe ich persönlich nie angezweifelt.
00:05:48: Also es war für mich so... Ich kann nur das und ich kann
00:05:52: ohne... Das heißt aber ziemlich gut, ne?
00:05:53: Es
00:05:54: ist okay!
00:05:55: Und ohne dass kann ich auch nicht so richtig.
00:05:57: Und ich würde auch nur Leuten tatsächlich was zutage empfehlen Musikern zu werden wenn es genauso ist diese Obsession mit einer Sache und nichts anderes und dann go for it.
00:06:07: Sehr gut Du hast ja auch gesagt, das geht dir gar nicht gut.
00:06:09: wenn du ein paar Tage deine Geige die du hiermit gebracht hast spielst Was fehlt dir denn dann?
00:06:15: Das Interessante am Musikerberuf ist, das ist eine Art Handwerk.
00:06:20: D.h.,
00:06:21: du hast täglich bestimmte Übungen und ein bestimmtes Programm was du abspulst.
00:06:26: Es ist eine gewisse Routine dabei Und es ist nicht so dass ich zu Hause die ganze Zeit immer total inspiriert bin oder Emotionen spüre.
00:06:34: Nein!
00:06:35: Es ist sehr technische fast schon wissenschaftliche Arbeit, die mich aber ausgleicht und die mich befriedigt zutiefst.
00:06:43: Das heißt dieses Ausarbeiten der technischen Schwierigkeit des Instrumentes ist mir eigentlich ein gewisser Halt im Leben – ein gewisser Fels!
00:06:53: Und ich brauche dieses tägliche Beschäftigen mit dieser Materie diesen trockenen Übungen Tonleitern, Capriessen... Doppelgriffe, meine Schülerinnen sitzt im Publikum, die weiß
00:07:06: wovon ich spreche.
00:07:08: Und das ist eigentlich das was mir einen gewissen Halt gibt in dem Leben.
00:07:11: Ist dann das ein Instrument nur?
00:07:13: In Anfangstrichen?
00:07:14: oder ist es irgendwie auch so n bisschen so'n Teil von dir wie den Verlängerter Arm?
00:07:17: Also hast du tatsächlich eine emotionale Beziehung zu deinem Instrumenten?
00:07:24: Sicherlich!
00:07:25: Ja klar.
00:07:27: Diese Geilke jetzt ist von... Ja, du weißt es besser als ich.
00:07:37: Eine französische Geige von Jean-Baptiste Villon und sicherlich gibt das eine emotionale Beziehung zu dem Instrument.
00:07:47: Ich habe auch das Gefühl dass die Geige je länger ich auf ihr übe meinen Klang annimmt und anders reagiert.
00:07:57: Ich kann das natürlich nicht wissenschaftlich beweisen, aber es ist schon so dass das Holz ansprechbarer für Schwingungen wird.
00:08:03: Je mehr du sie gut spielst.
00:08:06: Du kannst ein Instrument auch zumachen, indem du erst schlecht spielst.
00:08:10: Aber du kannst auch die Vibration des Holzes ansprechender machen in dem du es zum Schwingen bringest und eine Geige ist dazu da gespielt zu werden wenn sie im Museum sitzt.
00:08:21: dann ist das eine traurige Angelegenheit.
00:08:23: Das soll sich nicht!
00:08:24: Auch wer auch in ihrem hohen Alter nicht auf gar keinen Fall!
00:08:27: Du bist ja in Berlin geboren.
00:08:28: Du hast indonesische Wurzeln aber auch arabischen Hollensche Wurzen.
00:08:31: Das heißt bei euch Zuhause gab es einen multikultureller Mix?
00:08:35: das damals erinnert?
00:08:36: Also was waren die kulturellen Seiten, die dir aus den verschiedenen Richtungen vor allen Dingen im Gedächtnis
00:08:42: geblieben
00:08:43: sind.
00:08:43: Interessant!
00:08:45: Ich bin in Berlin geboren, bin Berliner und bin damals dann ganz normal in Kindergarten gegangen, dann zur Schule.
00:08:52: meine Klasse war zu würde ich sagen achtzig-neinzig Prozent türkisch ständig und da war es gar nicht so auffällig dass dann auch noch ein Asiate dabei war.
00:09:03: Und zu Hause würde ich sagen, meine Mutter hat sich schon sehr bemüht mit mir Deutsch zu sprechen.
00:09:09: Einfach aus dem Grund heraus weil sie gesagt hat sie kann auf Deutsch am besten Liebe ausdrücken.
00:09:14: Sie hat das damals Zuhause nicht so wirklich gelernt auf chinesisch Das ist ihre eigentliche Muttersprache das auszurücken und hat sich bewusst entschieden Hat auch Erziehungswissenschaften studiert und wollte dann mit mir deutsch zu hause sprechen.
00:09:25: Zu Hause wurde auch so eine Mischung aus chinesisch-indonesisch gekocht.
00:09:28: Das war dann ein gewisses Gefühl von okay, da gibt es noch was anderes und mein Vater hat mit mir indonesisch gesprochen Und dann bin ich halt so zweisprachig aufgewachsen.
00:09:40: Dann habe ich indonesische sehr schnell wieder vergessen weil es nicht gebraucht wurde im deutschen Alltag.
00:09:45: und in den letzten Tagen habe ich wieder angefangen Indonesisch Unterricht zu nehmen und auch dort viel zu arbeiten, viel zu spielen Interviews und Podcast zu geben, da braucht man die Sprache.
00:09:56: Und wenn wir uns als Kind recht gut gesprochen haben dann kommt es wieder zurück.
00:10:01: Aber das ging ja auch nicht nur um Sprache wie man zu Hause hat oder das Essen sondern halt auch um Spiritualität, Meditation... Da warst du auch sehr gefordert.
00:10:09: Wie fandest du's damals?
00:10:10: Und wie blickst du heute darauf zurück?
00:10:12: Weil irgendwann hast du auch gesagt reicht!
00:10:14: Ja und ich denke auch diese Spaltung von bestimmten Sachen, die man immer gemacht hat ist irgendwann mal wichtig im jugendlichen Alter.
00:10:22: Ich habe sehr sehr früh durch meine Mutter angeleitet angefangen zu meditieren auch sehr sehr lange zu meditiere teilweise stundenlang
00:10:30: Und nicht eingeschlafen?
00:10:31: Ihr habt es einmal probiert und direkt eingeschrafen?
00:10:33: Nein Meditation ist ja tatsächlich etwas sehr bewusstes.
00:10:36: das heißt man sitzt nicht einfach nur passig da was passiert, sondern man ist aktiv daran beteiligt sich zu konzentrieren und nicht zu denken und zu spüren.
00:10:46: Und ich denke es hat mir sehr viel mitge- gegeben, weil das Üben der Violin ist ja auch eine hohe Konzentration.
00:10:52: Es ist eigentlich so ähnlich!
00:10:54: Ich würde sagen wenn du dich auf eine Sache extrem konzentrierst vielleicht kannst du es auch vom Schauspiel sagen dann kommste in einen gewissen Flow rein und du denkst nicht mehr Du bist einfach nur und in diesem Moment existiert auch nichts mehr drum herum sondern du bist im Moment einfach.
00:11:07: Und dass ist eigentlich dieser Zustand der mir relativ früh irgendwie eingepflanzt wurde durchs üben und durchs meditieren.
00:11:14: Eine Zeit lang habe ich dann auch sehr zurückgezogen gelebt Musikmönch einfach nur meditiert, nur mit Bach gelebt und klar irgendwann mal im Jugendlichen oder mit den zwanzigern fängt dann an da auszubrechen.
00:11:25: Da will man auch was erleben und es
00:11:27: ist auch wichtig.
00:11:28: Bach!
00:11:28: Apropos Johann Sebastian Bach deine Religion ich liebe ihn auch sehr.
00:11:32: also ich finde ja die mathematische herangehensweise zum teil von dieser musik finde ich faszinierend wie ein großer kleinen gold fan auch.
00:11:40: was hat das?
00:11:41: Was macht die musik mit dir?
00:11:43: warum ist es für dich
00:11:44: bach?
00:11:47: Bach ist so irgendwie wie der Anfang und das Ende.
00:11:51: Du kommst als Musiker gerade, als Geiger nicht drum herum... Und Bach hat auch diese zweigleisige Schiene.
00:11:59: Das hat diese große Emotionalität aber es hat auch, wie du gerade gesagt hast dieses mathematische.
00:12:05: Es ist irgendwie beides sehr präsent!
00:12:07: Als Geiger haben wir die große Intonationsproblematik.
00:12:15: mit der linken Hand so präzise greifen, wenn du einen Mikromilimeter
00:12:21: über den...
00:12:22: Griff bist, dann ist es schon ein anderer Ton.
00:12:24: Und diese Sensibilität lässt sich am besten tatsächlich mit Musik von Bach üben.
00:12:29: Warum?
00:12:30: Weil die Musik von Bach eine große Reinheit ausstrahlt und wenn du ein bisschen unsauber spielst in Bach ist das fast wie ne Sünde.
00:12:38: Das checkst
00:12:38: du sofort!
00:12:41: Das heißt du musst unglaublich präzise greifen bei Bach und jede kleine Unsauberkeit wird hörbar.
00:12:46: Das heißt es ist die beste Schule, die man haben kann als Geiger Musik vom Bach täglich zu spielen unser tägliches Brot, nicht nur am Sonntag sondern jeden Tag.
00:12:56: Aber du wurdest auch musikalisch natürlich von deiner Familie sehr beeindruckt da die Musikalist, deine Mutter ist Pianistin, dein Onkel Dirigent und Pianists, dein Großvater war
00:13:06: Komponist?
00:13:08: Wer hat den stärksten Einfluss auf dich
00:13:09: ausgehübt?
00:13:10: Sicherlich meine Mutter am Anfang weil sie regelmäßig zu dir in Unterrichten mitgefahren ist, auch mit mir geübt hat.
00:13:17: Meine Mutter hatte einen recht spielerischen beginn mir ermöglicht mit der Violine ohne viel Druck.
00:13:24: Ich habe einen sehr, sehr guten Unterricht gehabt und nach der Suzuki-Methode gelernt aus Japan wo man erst mal über das Gehör lernt und ohne Noten quasi so wie meine Muttersprache erlernt ohne die Grammatik erstmal zu verstehen nur über das Hören.
00:13:38: und so hab ich auch angefangen Und klar meine Mutter hat mich da sehr beeinflusst und hat mir aber auch die Freiheit gegeben das spielerisch anzugehen ohne Druck.
00:13:47: Und dann mit elf bin ich an die Hochschule gekommen Hans-Eister in Berlin und habe dann angefangen aus eigenem Willen heraus sehr, sehr viel mehr zu üben.
00:13:57: Dann wirklich stundenlang vier fünf Stunden am Tag nach der Schule bis zu acht Stunden am tag dann zu übe.
00:14:03: es ist ein Leistungssport wenn du Musik auf professionellem Niveau machen willst.
00:14:08: Es ist einfach so dass die Feinmotorik sich ausbildet.
00:14:11: sagt man heutzutage Zum sechzehnten Lebensjahr, da müsste es eigentlich fertig sein.
00:14:16: Da muss die Technik fertig sein und wenn man dann studiert geht das vor allem darum, Bühnenpräsenz zu lernen, deinen eigenen Ton zu finden, Interpretationen zu verfeinern.
00:14:25: aber die rohe Technik sollte in dem Kindesalltag quasi schon fertig sein.
00:14:30: Deswegen ist man so früh damit anfangen.
00:14:32: Du hast ja mit vier angefangen, mal mit drei
00:14:33: Mit vier?
00:14:34: Kurz vor vier Ja Kurz
00:14:35: kurz vor vier.
00:14:37: du galtst als Wunderkind Aber du sagst selber, du bist kein Wunderkind gewesen.
00:14:45: Was bedeutet das?
00:14:45: heißt, dass du hast was einfach so diszipliniert?
00:14:48: Hat es ein Grundtalent?
00:14:49: oder warum sagst du, du bist kein Wunderkind?
00:14:51: Ich
00:14:51: sage immer gerne, dass jedes Kind eigentlich ein Wunder ist
00:14:54: und es ist irgendwie
00:14:55: schon mal schön wenn man überhaupt etwas lernt.
00:14:58: und diese Unterteilung in, das ist jetzt ein besonderes Kind, das is jetzt ein weniger besonderer Kind finde ich problematisch.
00:15:02: aber ich habe natürlich eine gewisse Affinität dazu gehabt natürliche Begabung dazu, aber allein dieses Talent und die Vergabung reicht überhaupt nicht.
00:15:14: Das Wichtigste was ich jetzt auch bei meinen Schülern heutzutage bemerke ist dieses Mindset.
00:15:21: Es ist ein gewisses Durchhaltevermögen und willensstärke eine Sache bis zu Ende vollzuführen und nicht vorher aufzuhören.
00:15:35: Und da kann man jetzt auch drüber streiten, ist das jetzt Perfektionismus?
00:15:38: Ist es jetzt auch wieder ungesund.
00:15:41: Aber in der Musik brauchst du einen gewissen Perfekcionismus gerade in der Klassik weil es gibt bestimmte Parameter in der klassik an die man sich halten muss Rhythmus, Intonation, Dynamik, Tempo.
00:15:56: und dann ach wenn Du das alle diese Regeln gelernt hast Dann kannst du dir Freiheiten erlauben und die Regeln brechen.
00:16:03: Aber richtig!
00:16:04: Und erstmal müssen aber diese Regeln eingehalten werden, das ist das Schöne daran dass es gewisse Parameter gibt und dann erst später das Chaos
00:16:15: erlaubt.
00:16:17: Super also ich finde das unheimlich spannend.
00:16:21: was unterscheidet denn aber Talent von einer echten künstlerischen Entwicklung, weil es braucht schon beides.
00:16:29: Du hast gesagt die Technik und so weiter das Lernen also dieser reine Mechanik auch.
00:16:34: was braucht es denn noch?
00:16:36: Damit man einzigartig wird damit man dich auch wieder erkennt.
00:16:39: Also sie bei einer Stimme beim Gesang sagt man ja auch.
00:16:43: Man sagt zum Beispiel Diana Ross hatte eigentlich keine eigene Stimme gehabt in Anfangsdien so erfolgreich sie auch war.
00:16:49: Wie ist das bei einem Geiger wie dir?
00:16:51: Wie schaffst du das deine eigene Stimmen zu entwickeln?
00:16:54: Oder wie schafft es ein großes Talent tatsächlich?
00:16:58: Die eigene
00:16:58: Stimme
00:16:59: in der Violine zu entdecken braucht sehr viel Zeit und Geduld.
00:17:05: Gerade weil die Geige ein technisch schwierig zum Meistern des Instrumentes ist, das heißt erst mal geht es gar nicht darum die eigene Stimmungen zu entwickeln.
00:17:12: Eigentlich muss man zuerst seine eigene Stimme vergessen.
00:17:15: Und dann musste ich eigentlich sehr neutral – Ich vergleiche das gerne mit einer weißen Leinwand – an die Werke herangehen und sich selbst eigentlich zurücknehmen.
00:17:26: Es geht, wenn du ein Werk von Bach Mozart oder Beethoven interpretierst erstmal gar nicht vor allem um dich.
00:17:32: es geht erst mal vor allem darum dass du ein Botschafter bist.
00:17:35: Ich bin jetzt in dieser Doppellage das ich auch eigene Sachen schreibe und auch eigene Sache komponiere.
00:17:43: Und dieses Ventil das ich selber kreativ bin hat mir eine große Freiheit gegeben dass ich mich nicht mehr auswildern muss in Bach und Mozart Bildhofen, sondern ich kann diese Kommunisten so sein lassen wie sie sind.
00:17:57: Und habe meine eigene kreative Energie in meinen eigenen Songs reingelegt.
00:18:02: Mich stört es tatsächlich auch wenn Interpreten zu viel machen!
00:18:07: Und deswegen bin ich auch selber so ein Riesenfan von Glenn Gould, der ja so unglaublich präzise und systematisch die Werke von Bach angeht.
00:18:16: Er hat eine unglaublich starke Persönlichkeit aber es geht alles in dieser Logik auf von Bach.
00:18:21: Das finde ich dieses Faszinierende dass die oberste Liga der Klassik Interpreten gar nicht vielleicht unbedingt den eigenen Sound suchen sondern sie machen einfach und lassen es geschehen passiert, was geschehen soll.
00:18:36: Aber es ist nicht so sehr selber gemacht.
00:18:40: Toll!
00:18:40: Weil Glenn Gould ist ja auch faszinierend, dass er da noch eine Stimme immer noch zusätzlich dazu gesummt hat.
00:18:46: Die
00:18:47: Maken und Manirismen gehören dann.
00:18:50: Was wird denn grundsätzlich über Musikkarrieren romantisiert?
00:18:57: Ja, gerade wie ich schon angedeutet habe.
00:18:58: wahrscheinlich denken die meisten dass wir in einem Dauerexzess leben viel Partys machen und dann uns inspirieren lassen von allen möglichen und dauernd betrunken auf die Bühne gehen oder weiß ich nicht.
00:19:14: Aber dem ist nicht so.
00:19:15: Ich
00:19:17: bin sehr beruhigert gerade!
00:19:18: Aber es hat ja auch mehr mit der Popso oder Rockmusik zu tun.
00:19:23: Ich glaube bei der Klasse hat man schon das Gefühl, dass wie du schon sagst ein sehr präziser Beruf, also auch einen sehr kontrollierter Beruf auf der anderen Seite, aber es wird schon romantisch sein.
00:19:33: Man denkt ja schon, es gibt eben diese Wunderkinder, ein Wolfgang Amadeus Mozart und er kann das halt seitdem ihr drei war oder so.
00:19:39: Aber so ist es ja nicht, einfach ist es nicht!
00:19:41: Also, wenn man sich ein bisschen mit Wolfgang aber in den Jürgen Mozart beschäftigt dann sagt man gleich also so hätte ich eigentlich gerne nicht gelebt.
00:19:48: Es muss ziemlich schrecklich gewesen sein mit dem Vater und mit dem Druck und dieser Sensationslust und dann auch recht früh gestorben und irgendwie natürlich so einen Talent kommt vielleicht alle hundert Jahre und dass man diese Frühbegehung hat das man bestimmte Sachen sieht Und eine bestimmte Vision hat die vielleicht andere noch nicht sehen und auch seiner Zeit voraus ist.
00:20:13: Das muss auch sehr, sehr schwierig sein.
00:20:15: Ich habe diesen Anspruch nicht.
00:20:16: ich bin gerne in unserer
00:20:17: Zeit.
00:20:18: Ich mache gerne Musik von unserer Zeit und ich denke auch Wir können uns alle ein bisschen entspannen auch in der Klassik.
00:20:25: also das ist natürlich dieses Bild sehr kontrolliert sehr viel Disziplin Ja aber wir sind auch Menschen loslassen.
00:20:36: Und ich habe in letzter Zeit gerne Sets in meinen Konzerten, wo ich auch Chill-Out Musik spiele und auch im Sitzen.
00:20:43: Auch ohne Frack einfach Casual in direkten Kontakt mit dem Publikum, weil es muss nicht immer dieses Angespannte sein.
00:20:51: und jetzt bringe ich euch, biete ich euch dieses wunderbare schwierige Werk von zwei Stunden da.
00:20:57: Und bitte nicht klatschen dazwischen!
00:20:59: Ja genau!
00:21:00: Muss nicht sein unbedingt... Also es hat seinen Platz und ich finde das auch ganz schön im ersten Teil des Konzerts ein bisschen Vollkornbrot anzubieten und dann können wir die Pralinen am zweiten Teil folgen.
00:21:14: Beides
00:21:15: Es war trotzdem nicht immer alles einfach für dich und alles klar für dich, denn du hast auch einen gewissen Bruch erlebt bei deinem Studium.
00:21:24: Was war da los?
00:21:24: Was war damit dir passiert?
00:21:26: Es ging ja um eine Prüfung auf usw.
00:21:28: Ja ich denke jeder findet seinen Weg und ich war tatsächlich ein schwieriger Schüler.
00:21:34: Ich bin heutzutage selber auch Lehrer.
00:21:37: Ich glaube, ich war sehr schwierig zu unterrichten weil ich diesen eigenen Kopf sehr hatte.
00:21:42: Ich wusste ganz genau wie ich selber machen will.
00:21:44: Ich wollte mir nichts sagen lassen und viele Lehrer eigentlich fast alle Lehrer sind an mir verzweifelt.
00:21:50: den perfekten Match des Lehrers habe ich leider nicht gefunden in meinem Studium.
00:21:54: es hat immer sehr viel Stress gegeben.
00:21:58: dann auch große Liebe weil natürlich irgendwie trotzdem gesehen wurde, dass ich irgendwas zu sagen habe.
00:22:04: Aber es war sehr wild und unkontrolliert.
00:22:07: Und damals hat das nicht so gut funktioniert im Studium.
00:22:11: Ich hab tatsächlich erst angefangen mich selbst zu unterrichten als ich selber angefangen habe kleine Schüler anzunehmen... Wow!
00:22:18: Okay.
00:22:18: ...und dann selber gesehen hat aha okay rings a bell makes sense.
00:22:26: Ja Damals im Studium war es ziemlich schwierig.
00:22:28: Jeder hat seine Zeit, jeder hat seinen Weg... Es ist okay wenn du erst danach findest was du machen willst.
00:22:35: Ist das ok?
00:22:36: Aber
00:22:37: hast du an deinem Weg gezweifelt?
00:22:38: Hast du daran gezweifelten Musiker
00:22:40: zu bleiben?
00:22:41: Nie!
00:22:41: Also das war mir immer klar.
00:22:43: Es gab keine Alternative, es gab tatsächlich auch keinen Plan B. Es gibt auch nicht die Option ins Orchester gehen kann man Musik zu machen.
00:22:50: ich wusste Solo und ich will das durchziehen, und ich setze da alles dran.
00:22:55: Ich habe nie daran gezweifelt und auch nie drüber nachgedacht was anderes zu
00:22:58: tun.
00:22:59: Zum Glück!
00:23:04: Sind denn Krisen notwendig um sich als Kindskünstler zu
00:23:06: finden?
00:23:08: Ich denke gewisse Krisen sind wertvoll und heilsam aber es kommt darauf an wie du drauf reagierst Wenn du jetzt nur auf Krisen wartest und denkst dass alle Künstler eine Krise brauchen um schaffen zu
00:23:22: müssen.
00:23:23: Das meinet
00:23:24: mich.
00:23:25: Es ist schwierig.
00:23:26: Ich hatte eine Zeit lang ein Songwriters-Block, ich konnte keine Songs mehr schreiben weil ich zu happy war und dann habe ich auch immer gewartet auf die Krise... ...ich hab immer darauf gewartet dass mir das Herz gebrochen wurde.
00:23:36: es ist nicht passiert und ich war schon so irgendwie abgehärtet an diesen Gruppen.
00:23:40: Und da hab' ich gesagt jetzt kann ja irgendwie nicht sein so.
00:23:43: Also ich kann ja nicht immer irgendwie drauf warten dass irgendwas Schlimmes passiert.
00:23:46: Dann schreibe ich einen Song und habe mich ans Klavier gesetzt und habe gesagt so stell dir doch mal die großen Fragen des Lebens!
00:23:53: Stell sie dir doch einfach mal.
00:23:55: Und die hat jeder.
00:23:57: Woher kommen wir?
00:23:58: Wissen wir alle nicht, wohin gehen wir?
00:24:00: Was machen wir hier?
00:24:01: So ein bisschen fiedeln?
00:24:02: Ja okay, aber was steht dahinter?
00:24:05: und wenn man sich diese Fragen stellt dann kommt man automatisch an diesen Punkt dass man sagt ok es gibt Sachen die mich beschäftigen und die ich auch umsetzen kann und für die ich einen Katalysator brauche und eine Katarsis durch die Musik.
00:24:18: Und dann fängt man an sich damit zu beschäftigen und dann hat es wieder funktioniert.
00:24:22: Es ist nicht so, dass man unbedingt eine Krise braucht um kreativ zu sein.
00:24:26: Es kann in einem gewissen Punkt eine Wende dir geben und das kann dich neu definieren aber allein Krisen werden auch überbewertet.
00:24:36: Das braucht vielleicht einfach nur einen anderen Ansatz.
00:24:38: dann wie du den Du ja auch gesucht hast.
00:24:41: Dann kam auf einmal Indonesien.
00:24:43: Da bist du ja ein... wirklich ein Superstar,
00:24:46: also
00:24:47: Werbe-Ikone bis auf den Kavan von den Modemagazinen.
00:24:50: Du hast da sehr große Werbeverträge und gibst auch mehr Unterhaltsamere Popkonzerte?
00:24:57: Wie kam es dazu?
00:25:00: Ich war damals einfach nur als Tourist drüben.
00:25:04: Ich habe meinen Papa besucht, ich hab meine Familie besucht.
00:25:08: Ich habe Nasi Goreng gegessen und war in Bali.
00:25:11: Ich war ein ganz typischer Touri.
00:25:13: Ich bin auf verschiedene Events gegangen... ...und irgendwie kann man sich aber in Indonesien nicht so richtig verstecken!
00:25:19: Also die finden dich!
00:25:22: Ich war am Tag der deutschen Einheit in Indonesien auf einem Event und habe einen Flyer gesehen zu einem Klavierkonzert.
00:25:28: Da bin ich hin, ganz anonym im Kognito.
00:25:31: Dann kam eine Journalistin in der Pause und meinte du siehst aus wie ein Musiker!
00:25:34: Habe ich gesagt Nein, nein, nein!
00:25:36: Doch doch kann ich dich interviewen?
00:25:38: Na gut dann hat sie mich interviewt.
00:25:40: Dann gab es einen großen Artikel.
00:25:41: Dann hat diese Kaffee Firma das gesehen.
00:25:43: Und hab' ich einen großen Werbevertrag bekommen für die Kaffeebohnen.
00:25:48: Und so bin ich da reingerutscht, ohne es tatsächlich forciert zu haben oder das tatsächlich irgendwie gewollt zu haben.
00:25:54: Es kam dann einfach so und habe schnell gemerkt wie indonesisches Publikum so drauf ist was man da so machen kann und ich liebe dieses Land.
00:26:08: Es hat ein Riesenpotenzial dort Ideen zu verwirklichen, weil es noch nicht so eine lange Tradition gibt und die so fest eingefahren ist.
00:26:16: Das heißt du kannst sehr viel experimentieren.
00:26:20: Du kannst viele Projekte verwirglichen und einfach mal ausprobieren und die Leute regieren offen.
00:26:26: Emotional auch?
00:26:27: Emotional, offen, neugierig... und wollen sich überraschen lassen.
00:26:33: Das finde ich ganz spannend!
00:26:34: Was hat das mit dir damals gemacht?
00:26:35: Also, dass du festgestellt hast und gemerkt hast, das ist vielleicht eine neue Spielwiese für mich...
00:26:39: Es hat mir sicherlich auch ein neues Selbstbewusstsein gegeben wo ich gemerkt habe okay es sind Leute die haben Bock auf dich, sie wollen Sachen hören von dir, die sind interessiert vor eingenommen.
00:26:55: Du musst dich nicht an alle Regeln in diesem Land halten, du kannst ein bisschen ausprobieren.
00:27:00: ich bin tatsächlich bestimmt auch mal irgendwie über die Grenze getreten und habe im TV irgendwelche peinlichen Sachen gemacht und irgendwelchen Talkshows.
00:27:08: das machen wir alle.
00:27:10: Und daraus hab' ich dann auch gelernt was ich da nicht mehr mitmache.
00:27:14: Aber es hat mir auf jeden Fall die Grenzen erweitert und ich denke jede neue Kultur macht das automatisch mit dir.
00:27:21: Du kommst in eine neue Kultur, du merkst, die Energie ist anders... Ich merke das schon wenn ich lande am Flughafen Sokanohatta in Jakarta.
00:27:28: Es ist ein anderer Weib hier irgendwie, es ist eine andere Energie.
00:27:32: Und wenn ich an BR lande, merke ich auch wieder
00:27:34: Okay!
00:27:34: Ich bin wieder da!
00:27:36: Ich habe mich an Deutschland gelandet.
00:27:39: Sehr gut
00:27:40: Wir kommen zu einer kleinen Kurzfrage-Runde.
00:27:48: Das heißt,
00:27:49: relativ
00:27:49: kurze Antworten werden möglich.
00:27:53: Du hast es schon angedeutet aber wenn du für dich übst welche musikalischen Rituale
00:27:57: hast
00:27:58: du da?
00:27:58: Gibst du bestimmte Reihenfolgen oder
00:27:59: so?
00:27:59: Ja ich habe fünf Schritte.
00:28:01: Intonation, Notenverbinden, Rhythmus ins Tempo bringen Musikalität.
00:28:06: Alright!
00:28:07: Wie sieht Dich Deine Familie als Popstar, als Klassikstar oder einfach nur als Musiker?
00:28:14: Wenn
00:28:20: man dich in deinem Zuhause besucht, was erwartet einen dann?
00:28:25: Ich würde ein Salat kochen vielleicht und ein Laufalatz
00:28:29: kochen.
00:28:30: Das lässt sich schon weit blicken!
00:28:36: Was machst du am liebsten wenn du nach dem üben auch mal Zeit hast für dich?
00:28:42: Serien gucken auf Netflix?
00:28:44: und gestern war ich im Kino und habe Greenland zwei geguckt.
00:28:49: Du hast einmal gesagt, ein steifer fragt könnte einer Frau gegen bestimmte Musik sein?
00:28:56: Hast du das Gefühl dass die Kleidung den Klang beeinflussen kann?
00:29:00: Jeden klang jetzt nicht aber es passt natürlich jetzt nicht wenn ich das hier bieber spiele im frag und ebenfalls würde ich jetzt auch vielleicht wobei kann man streiten, doch ich würde vielleicht auch Klassik im Casual Outfit spielen.
00:29:11: Ich glaube der Buch ist ja auch mal ganz schon arg.
00:29:13: Warum glaubst du denn polarisiert künstlerische Freiheit immer noch so stark?
00:29:18: Viele fühlen sich ja fast angegriffen wenn Künstler gewisse Grenzen überschreiten.
00:29:23: Ja weil wenn Du Dich selbst befreist fühln sich Leute in ihren Grenzen angezweifelt.
00:29:31: Wenn Du Bach heute begegnen könntest Johann Sebastian Bach was würdest Du ihn fragen?
00:29:38: Wieso hast du so viele Kinder?
00:29:43: Und können wir zusammen Musik machen.
00:29:47: Wenn du ein Tier wärst, welches wärst du dann?
00:29:50: Tiger!
00:29:50: Ein Tiger!
00:29:51: Ich wäre ein Erdmännchen.
00:29:54: Wie und wo machst du am liebsten Urlaub?
00:29:56: Ich liebe Italien ist das schönste Land der Welt meiner Meinung nach.
00:29:59: es gibt so viele Inseln in Indonesien die ich noch nicht gesehen habe.
00:30:03: Sumba Raja Ampat würde ich alles gerne noch sehen.
00:30:07: Hast Du Vorbilder Wenn, dann weh'n
00:30:09: und warum.
00:30:10: Als Kind war ich Obsessiv-Fan von Midori Goto einer japanischen Geigerin Bach natürlich großes Idol.
00:30:16: heutzutage finde ich ane so viel Mutter ganz toll.
00:30:19: Und
00:30:19: ja Okay vielen dank das war die Kurzfrage Runde.
00:30:23: So Ja ja ja ja Ich finde dass er Gerade so toll, dass du dir Zeit nimmst.
00:30:31: Weil du ja ein großes Konzert vor dir hast und zwar Kammermusikseil der Berliner Philharmonie.
00:30:37: Ode to Joy wird erspielen Melodies for Valentine's am vierzehnten Februar von Vivaldi und Beethoven bis hin zu Edgerton Queen Coldplay.
00:30:49: Geht es dir dabei also einem Konzern um die musikalische Freiheit?
00:30:53: Oder geht das auch darum, dass man Menschen für Musik begeistern möchte, die vielleicht nicht einen leichten Zugang zur Klassik haben?
00:31:01: Beides.
00:31:01: Und ich möchte in so einem Konzert gerne auch die volle Bandbreite zeigen an verschiedenen Stilrichtungen und Musiken, die es gibt.
00:31:10: Ich frage auch Freunde was hört ihr so?
00:31:12: Die Playlisten sind so bunt gemischt immer von jedem!
00:31:15: Niemand hört nur ein Genre zu Hause.
00:31:18: und warum soll man das dann im Konzern nicht auch so anbieten?
00:31:20: Ich finde diese Reise so spannend.
00:31:22: Es gibt Liebeslieder von Vivaldi bis Coldplay.
00:31:26: Jede Generation und jede Zeit hat Liebe anders ausgedrückt.
00:31:30: Und das an einem Abend zu präsentieren, da freue ich mich mega drauf!
00:31:33: Ich freu' mich auch total drauf!
00:31:35: Freue mich auch vor allen Dingen.
00:31:39: du hast ja deine Geige wird gebracht nicht so unrichtig, nicht umsonst sondern weil du uns einen kleinen Ausdruckspiel willst von dem Konzert, das finde ich super toxt!
00:35:41: Ganz romantisch!
00:35:55: Ich bin
00:35:58: ein wirklich großer Klassikfan und ein großer Violin-Fan.
00:36:02: Und habe früher auch Klavier gespielt usw.
00:36:03: Und ich habe gemerkt, wenn ihr so drei Minuten weiterspielt, dann breche ich in Tränen aus!
00:36:11: Ich fand das total entschuldigend.
00:36:13: Ich fand es wirklich großartig.
00:36:16: Ganz
00:36:16: ganz lieben Dank.
00:36:23: Jetzt könnte man ja denken, dass du aufgrund dessen, dass die Indonesien die Freiheit auch hast den Regelnvolks der klassischen Musik, dass du dich vielleicht für eine Welt entscheidest.
00:36:34: Aber das machst du
00:36:35: nicht!
00:36:35: Warum nicht?
00:36:36: Nee und ich halte mich auch nicht mehr an die Regeln ehrlich gesagt.
00:36:38: Ich habe es jetzt lange gemacht.
00:36:40: mittlerweile ist mir egal.
00:36:42: Ich mache das was ich spüre, ich mach das was sich für mich authentisch anfühlt, was ich richtig anfühle... Und ich spiele einfach die Musik die ich gerne habe.
00:36:49: Who can
00:36:50: say?!
00:36:53: Es gibt so viele Sachen zu entdecken in der Musik und so viele neue Songs.
00:36:57: Und ich denke, es gibt auch noch viele Songs in der Pipeline die ich noch channeln werde und komponieren werde... ...und mittlerweile keine Regeln!
00:37:06: Sehr gut!
00:37:07: Ähm... Entschuldigung?
00:37:11: Ich bin so ein Griffner, wie so Gott!
00:37:15: Du komponiierst selbst hast du ja gerade genau, das ist schon erwähnt.
00:37:19: Aber vor allen Dingen ist jetzt noch was anderes dazugekommen und das betrifft Filmmusik.
00:37:23: Ein neues Kapitel hat sich für dich aufgetan, wie ist das zustande gekommen?
00:37:28: Und wie läuft es jetzt im Einzelnen?
00:37:30: Es ist auch so vieles im Leben einfach auf mich zugekommen.
00:37:34: ich weiß nicht warum so Sachen passieren in meinem Leben an der Bell.
00:37:38: Ich wollte eigentlich nur ein bisschen geil gespielt und dann... Ich hatte einen Konzert in New York.
00:37:42: da saß eine Frau im Publikum aufgeführt, das ist ein Original wo ich auch Vocals und Geige vermische.
00:37:53: Und ich habe ein tolles Video in einem Hochsicherheitsgefängnis in Indonesien gedreht und durfte mit den Inmates Projekt machen was mich sehr berührt hat, bewegt hat.
00:38:02: Diese Frau im Publikum in New York hat eine Filmproduktion für eine Netflix-Serie dazu gebucht, ich soll Scoring machen und der Song soll das Titelsong sein.
00:38:14: Das ist jetzt ein neues Projekt und es war auch wahnsinnig spannend für mich neue Welten zu entdecken und Scoring zu machen mit der Galge, mit Vocals und meiner eigenen persönlichen Visionen.
00:38:25: Es ist einfach immer so dass ich ein bisschen auch exotische Klänge gerne reinmüsche in meine Scorings.
00:38:32: Gammelan ist dabei andere Ethno Und Gammelin ist ein indonesisches Instrument Perkussion was auch anders ein bisschen gestimmt ist, als unser westliches Hörverhalten.
00:38:42: Auch ganz spannend gibt es so'n bisschen orientalische Farbe dann rein und ja super spannend macht mir viel Spaß!
00:38:49: Und sind noch einige andere Projekte in der Pipeline über die ich jetzt noch nicht sprechen kann aber filmen ist irgendwie jetzt plötzlich angesagt gerade Toll.
00:38:56: Wow!
00:38:57: Du hast mit einer Stiftung zusammengearbeitet, die – ich weiß nicht, ob es richtig ausspreche – Orpheumstiftungen?
00:39:03: Ja, richtig.
00:39:04: Es hat dir eine entscheidende Rolle gespielt in deiner Karriere, dir ein bestimmtes Förderkonzept.
00:39:08: Wie sieht das im Einzelnen aus und was hat das für dich bedeutet?
00:39:12: Das war ganz spannend.
00:39:13: Die Orpheyumstiflung der Schweiz fördert oder gibt Möglichkeiten für junge Solisten auf einer großen Bühne, wichtigen Bühnen sich auszuprobieren.
00:39:23: Und ich habe damals darüber gelesen und hab im Kuratorium gesehen da ist Christoph Aschenbach und Subin Meta im Förderprogramm die beiden großen Meisterie, die ich auch kenne... Und dann habe ich gesagt, okay wie bewerbe ich mich jetzt am besten bei der Stiftung?
00:39:36: Ich frage einfach die beiden, ob sie mir einen Empfehlungsschreiben schreiben können.
00:39:40: Habe ich dann einfach so angeschrieben?
00:39:41: haben Sie beide gemacht und die Stifter hat gesagt es ist noch nie vorgekommen in der Geschichte der Stifte das beide Kuratoriumsmitglieder einen Solisten empfehlen.
00:39:49: Die haben mich aufgenommen und ein großes Konzert für mich in der Turnhalle in Zürich organisiert mit Subin Mehta als Dirigent und dem Magio Musikale Fiorentino mit dem Violinkonzert von Max Bruch.
00:40:00: Es war tatsächlich ein wichtiger Auftritt für mich und Subimeter hat damals auch eine wichtige Mentorenrolle in meinem Leben gehabt, viel zu sagen über mich.
00:40:10: Und auch Christoph Aschenbach mit dem ich sogar einen Album aufgenommen habe und mehrere Live-Konzerte gespielt hab.
00:40:16: Damals, wenn ich jetzt darauf zurückblicke... war ich schon noch irgendwie ein anderer Mensch, die Evolution mit Indonesien und meiner eigenen Musik hat noch gar nicht stattgefunden.
00:40:26: Ich war schon sehr fokussiert auf diesen Weg des klassischen Solisten.
00:40:31: uns denn live happened ... sind zu andere Wege irgendwie aufgekommen.
00:40:36: und hier wir.
00:40:38: Ist doch klasse!
00:40:39: Also du hast ja auch schon mal ein paar Mal jetzt so einen Hint fallen lassen, ... ... du unterrichtest ja selber.
00:40:44: Ja.
00:40:44: Das heißt auch wieder Ende... ... zweitausendfünfundzwanzig gab es wieder eine von deinen Meisterklassen,... ... warum ist dir das so wichtig?
00:40:50: Dass du eben dein Wissen, deine Erfahrung auch an die Nachkömmlige weitergibst?
00:40:55: Ich liebe's einfach mit Kindern zu arbeiten.
00:40:58: Kinder, die natürlich auch annehmen, was ich zu sagen habe.
00:41:02: Und ich finde es ganz wichtig der neuen Generationen Wissen mitzugeben und Fähigkeiten mitzugegeben.
00:41:08: Was sie damit machen später ist nicht mehr in meiner Hand ob sie dann jetzt Musiker werden Geiger oder die Geiger nagell hängen und was anderes ist egal.
00:41:18: erstmal das Wichtige ist dass du so viel mit gibst wie möglich ist weil Der Prozess ein Instrument zu erlernen macht etwas mit dir Und ich denke, dass es dich ein Leben lang begleiten wird diese Erfahrung die du gemacht hast als Kind.
00:41:35: Wenn du gewisse Erfolgserlebnisse hast, Erfolgserlebnisse heißt Du hast eine bestimmte Passage gemeistert, die du noch nicht vorher gemeistertest.
00:41:42: das ist schon mal einen riesen Erfolg.
00:41:45: und den inneren Schweinehund zu überwinden und sich da jeden Tag ranzusetzen und zu sagen Ich mache das jetzt bis ich eine gewisse Fertigkeit erreicht habe faszinieren zu sehen.
00:41:57: Und ich liebe es, die Kinder wachsen zu sehen sowohl körperlich als auch von den Fähigkeiten her und musikalisch.
00:42:03: Ich habe nicht die Zeit jetzt eine riesige Geikenklasse aufzubauen aber die paar Schüler, die ich habe betreue ich intensiv und zusätzlich dazu hab' ich ne Schule für Geige gegründet
00:42:14: Skandavidyaya
00:42:15: Violin Academy in Indonesien, aber es ist auch internationales.
00:42:19: An der Richte Superzoom?
00:42:21: Also du hast auch Lehrer?
00:42:23: Genau ich habe Lehrer ausgebildet die nach meiner deutschen Methode dann die Kids unterrichten und das trägt ganz tolle Früchte!
00:42:29: Ich bin super stolz, ich bin bestimmt auch sehr sehr nervig wenn ich immer über die Kinder rede weil ich bin so stolz.
00:42:34: zwei haben schon in der Carnegie Hall gespielt und haben verschiedene Preise gewonnen und eine ist hier auch.
00:42:42: unter anderem
00:42:44: Die Filadonia hat
00:42:48: letztes Jahr an einem Wettbewerb teilgenommen in Berlin und hat eine Meistergeige und ein Meisterbogen gewonnen, der ihr zur Verfügung gestellt wurde kostenlos.
00:42:57: Und solche Sachen.
00:42:59: Sehr beeindruckend!
00:43:00: Wow!
00:43:03: Echt toll.
00:43:05: Aber Unterricht ist auch Straßenkind an Indonesien?
00:43:07: Also das ist ja auch nochmal ... Du hast ja schon... dann Engagement für den Nachwuchs ist sehr hoch.
00:43:12: Wobei es da nicht um persönlichen Einzelunterricht im Sinne von Musikunterricht geht, sondern das ist ein Förderprogramm für Straßenkinder in Indonesien wo wir kostenlosen Musikunterrichten und auch Musikinstrumente anbieten Für Kinder die nicht den Zugang dazu haben.
00:43:30: Und da gibt's eben diese Foundation Music Youngman Bebas Khan Die mein Papa damals gegründet hat und unterstütze ich auch sehr gerne.
00:43:37: weiter
00:43:39: Wann hast du denn gemerkt, dass deine Popularität auch Verantwortung mit sich bringt?
00:43:51: Verantwortung ja.
00:43:52: Aber du kannst nichts anderes machen außer du selbst sein und Vorbild sein.
00:43:57: Du kannst niemandem zwingen irgendwelche Entscheidungen zu machen.
00:44:00: Du kannst nur so leben wie du es mit dir selbst vereinbaren kannst Und das kannst du machen.
00:44:09: was dir geschenkt wurde in diesem Leben und was du an Glück und Vorteilen hattest, das kannst du anderen weitergeben.
00:44:17: Und das bemühe ich mich eben weil ich weiß, in Indonesien gibt es nicht diese Ausbildung.
00:44:21: Ich habe neulich wieder eine Riesenüberraschung erlebt.
00:44:24: Ich hab einen Meisterkurs in Jakarta gegeben.
00:44:25: da kam ein winzig kleines Mädchen von elf Jahren mit ihrer Mutter mit dem Auto drei Stunden von Bandung für diese dreißig Minuten Unterricht.
00:44:33: und ich habe gefragt wo hast denn Du Unterricht?
00:44:35: Ja habe ich nicht!
00:44:36: Aber wieso kannst du so spielen?
00:44:38: Ja, weiß ich auch nicht.
00:44:40: Und die lernt über YouTube und guckt sich das irgendwie selber zusammen... ...und dann hab' ich gesagt es kann ja wohl nicht wahr sein!
00:44:44: Also dich fördere ich jetzt auf
00:44:46: jeden Fall
00:44:46: weiter.
00:44:47: Die ist jetzt auch regelmäßig meine Schülerin geworden.
00:44:50: Das kann man machen in seinem Umkreis je nachdem welche Reichweite man hat,... ...kann man versuchen das Gute was einem im Leben wiederfahren
00:44:58: ist
00:44:58: weiterzugeben.".
00:45:00: Was macht das mit
00:45:01: dir?!
00:45:04: Was macht das dann mit dir, wenn du diesen Kindern begegnest?
00:45:07: Und weil wenn du auch merkst... Du bist jetzt so, gibts ihnen etwas weiter.
00:45:10: Die gucken quasi zu dir auf.
00:45:12: Was bewegt das bei dir?
00:45:15: Das lässt dich total kalt!
00:45:17: Natürlich nicht!
00:45:18: Das hast wir auch erzählt.
00:45:20: Es misst halt so begeistert aber warum?
00:45:22: Ja
00:45:23: also es geht in dem Moment gar nicht so um mich und dass die mich angucken sondern
00:45:27: ich sehe
00:45:29: ein Kind an und versuche das Potenzial soweit wie möglich auszuweiten.
00:45:36: Und das Letzte, was ich machen möchte ist Grenzen zu setzen und zu sagen du bist nur so und so begabt oder du kannst nur das und das schaffen weil es wurde mir sehr oft in meinem Leben gesagt Du kannst nur dass und das schaffst.
00:45:47: du wirst niemals so werden und das ist das letzte was ich möchte.
00:45:50: Ich möchte jedem Kind eigentlich die Möglichkeit geben sein persönliches spezielles individuelles Talent ohne Wertung soweit wie möglich zu entwickeln.
00:46:04: Und wenn das funktioniert und wenn du merkst die Kinder sind auch glücklich damit, den geht es gut damit.
00:46:08: Was macht das dann mit dir?
00:46:10: Macht dich das dann auch glücklich?
00:46:11: oder was ist
00:46:12: das schönste Gefühl der Welt?
00:46:13: und ich bin auch so ein Geigenpapa und bin auch jederzeit erreichbar.
00:46:18: Die Schüler rufen mich teilweise nachts an.
00:46:19: wir haben Ich habe zwei Schüler aus dem Franziske oder sind da wenn ich in Bali bin?
00:46:23: Sechzehn Stunden Zeitverschiebungen.
00:46:26: Ich habe einen sehr, sehr tajten Schedule.
00:46:27: Ich bin wie gesagt sehr viel unterwegs und ich nehme trotzdem die Zeit teilweise nachts um eins noch zu unterrichten weil ich denke dass diese Regelmäßigkeit für die Kids sehr wichtig ist und da geht es wirklich nur um sie.
00:46:40: Es geht nicht um mich in diesem Unterricht.
00:46:43: so gut wie möglich mein Wissen weiterzugeben.
00:46:46: Ich bin auch streng, aber ich bin jetzt nicht jemand der rumschreit oder so oder anschreit.
00:46:52: Strenge ist eher im Detail dass sich dann solange eine Stelle wiederholen lasse bis ihr dann wirklich sitzt.
00:47:00: Wir kommen zu einem kleinen Assoziationsspiel.
00:47:04: Ich sage ein Wort und du antwortest mit einem Wort, was dir dazu
00:47:10: einfällt.
00:47:12: Das Erste oder das Erste?
00:47:14: Das Erster ist die blaue Himmel-Naswasser.
00:47:17: Also es ist nichts Schlimmes.
00:47:19: Wer weiß, ob's schlimm
00:47:20: wird!
00:47:20: Es sagt eigentlich so, dass wir ganz spannend sind.
00:47:23: Traditionen...
00:47:25: Diese indonesische Krone, die ich in Bali jetzt gerade aufhatte.
00:47:28: Ein
00:47:28: Wort!
00:47:28: Ja so!
00:47:29: Die heißt
00:47:29: Makona.
00:47:30: Das ist das erste was hier kam?
00:47:33: Okay.
00:47:33: Weil ich hab dir gerade aufgehabt und es war cool.
00:47:35: Gold- und Soetradition aus Bali Tanz.
00:47:40: Heimat.
00:47:42: Oh Mann schwer... Ja Mama weiß ich
00:47:46: nicht.
00:47:46: Zukunft?
00:47:49: Oh wow Familie.
00:47:54: Medan.
00:47:55: Ja das ist eine Stadt in Indonesien.
00:47:57: Indonesien?
00:48:00: Rindang.
00:48:00: Äh, es ist so ein Rindflaschgericht mit Gewürzen.
00:48:03: Also...
00:48:04: Deutschland!
00:48:07: Lieber
00:48:08: Gäste, jetzt kommt ein Männchen des
00:48:09: Erster auf den Vittualien-Marktelgäste.
00:48:12: als ich da gelandet bin, war sehr lächerlich.
00:48:14: Aber das darf man eigentlich gar nicht sagen.
00:48:16: Wieso denn nicht?
00:48:16: Moslems Indian Raising.
00:48:17: Egal.
00:48:17: Kein Schwein.
00:48:18: Achso.
00:48:19: Einmal heimlich.
00:48:19: Vegetarisch.
00:48:20: Vegarder und LeberGäste.
00:48:21: Freiheit.
00:48:24: Philharmonie.
00:48:26: Sehnsucht.
00:48:28: Liebe.
00:48:30: Aktiv
00:48:32: Cool!
00:48:32: Das war aber random bei mir.
00:48:40: Ich bin nicht logisch, ich träume auch nicht.
00:48:42: Meine Träume sind auch nicht logische und hat alles keinen Zusammenhang.
00:48:44: Es ist
00:48:45: wunderbar.
00:48:47: Du spielst ja derzeit im Wechsel, also die wie Leni von Jobapistevillom mitgebracht hast... ...aber auch eine sehr wertvolle, extrem wertvollen Steven Stradivari von sechzehnhundertneinzig.
00:49:02: Wie unterscheiden sich diese beiden Instrumente und wie setzt du sie dementsprechend
00:49:07: ein?
00:49:09: Ich vergleiche die Viom sehr gerne mit einem Blank Canvas, einer weißen Leinwand.
00:49:15: Die Viom an sich hat keine Persönlichkeit aber sie stellt sich sehr schnell auf den Spieler ein und übernimmt dann die Farben und die Nuancen des Spielers sehr schnell.
00:49:27: Und die Viom hat auch so eine laser scharfe Klarheit, wie sich sehr gut für moderne Sachen eignen.
00:49:34: Wenn ich jetzt moderne Projekte mache und Popmusik spiele Die Stradivari hat einen sehr eigenen Charakter.
00:49:41: Es ist eine Diva, die hat auch mal schlechte Laune und wenn es vom Wetter her nicht so passt macht sie auch... sagt sie tchau!
00:49:49: ...und er hat einen holnig süßen Schmelz der super zu klassischen Sachen passt Gießt diesen Honig aber auch gerne über alles drüber.
00:50:01: Das heißt, es klingt dann alles nach Stradivari!
00:50:04: Wenn ich die Viom spiele, habe ich das Gefühl... Es klingt nach mir und die meisten klassischen Alpen hab' ich mit der Stradiwari aufgenommen.
00:50:12: und die moderneren Sachen
00:50:14: Es gibt ja noch tausend Geigen ungefähr von Antonia
00:50:17: Stradivari.
00:50:17: Ja, sind nicht alle spielbar?
00:50:18: Ja, es
00:50:19: sind
00:50:19: fünfhundert.
00:50:21: Die Spieber sind und die immer wie kostbarste Juliwelen ja gehandelt werden auch behandelt werden.
00:50:25: Woran liegt das denn genau?
00:50:27: also der Schmelzer Klang
00:50:28: aber woran... Das ist ein sehr interessantes Thema.
00:50:30: ich bin auch ein ziemlicher Nerd in dem
00:50:31: Bereich.
00:50:33: Stradivaari selbst hat bis zum Ende seines Lebens gebaut.
00:50:37: Er war, glaube ich, drei, neunzig-vier Jahre alt für diese damalige Zeit.
00:50:40: Das ist schon ein sehr beachtliches Alter gewesen.
00:50:43: Sein ganzes Leben lang geforscht, verschiedene Hölzer geforsht und am Lack auch geforst.
00:50:48: Der Lack hat den Spielers Zellisten zufolge einen großen Einfluss auf das Holz Und die Rezeptur des Lacks hat Stradivari auch mit ins Grab genommen und wollte dass keiner es kopiert.
00:50:59: Man sagt auch, dass das Holz in der Zeit eine gewisse Dichte hatte, weil es zu der Zeit eine kleine Eiszeit gab die die Jahresringe in den Hölzern noch mal beeinflusst hat.
00:51:11: Das heißt heutzutage kannst du nicht mehr wirklich so einen Instrument herstellen.
00:51:15: Du kannst das nicht kopieren.
00:51:17: Jean-Baptiste Vioum, der Erbauer dieser Geige war ein großer... Stradivari obsessiver Fan und hat die Instrumente von Stradiwari so sehr studiert, dass er sie millimetergenau ausgemessen hat.
00:51:31: Und versucht hat exakt nachzubauen um den Klang exakt Nachzubauen.
00:51:35: aber die Instumente klingen nach Jean-Baptiste Vioum.
00:51:39: Es ist noch mal eine andere Persönlichkeit.
00:51:41: es ist ein anderer Charakter.
00:51:42: es
00:51:42: klingt französisch.
00:51:44: du kannst nicht mehr dieses Schuade wie und das kannst Du nicht mehr nach machen.
00:51:49: das ist irgendwie wahrscheinlich.
00:51:52: ergibt der Bauer das Instrument seine Seele mit da
00:51:54: rein.
00:51:55: Sehr total spannend!
00:51:56: Trotzdem, du gesagt hast, also mit der Stradivari spielt sie klassische Konzerte?
00:52:01: Gibt es ein Stradivali Pop-Konzert?
00:52:03: Was ist das denn?
00:52:05: Das war damals in Cremona.
00:52:07: Cremana ist die Geburtsstadt und Arbeitsstadt von Antonio Stradivares.
00:52:11: D.h.,
00:52:11: er hat sein Gänzesleben in einer kleinen Werdestadt in Cremo'na in Italien gearbeitet.
00:52:16: Und Cremona hat einen Museo, die Violino und die haben mich eingeladen dort ein Programm zu spielen.
00:52:22: Natürlich wissen Leute heutzutage wenn sie Escana Vidya einladen wird es ein bisschen anders dann wird auf jeden Fall nicht boring und dann habe ich auf jeden fall auch meine eigene Sache mitgebracht.
00:52:32: deswegen hieß es dann im Endeffekt Stradivari Pop.
00:52:35: Ah, klasse!
00:52:36: Und es war halt spannend und schön auch das Instrument wieder in seine Heimatstadt zurückzubringen.
00:52:41: Das seit sechzehnhundertneunzig die Heimatstatt wahrscheinlich verlassen hat.
00:52:46: Das Instrument gehört einer Sammlung in London, die mir zur Verfügung gestellt würde.
00:52:51: Ich bin dann mit dem Instrument nach Cremona gereist und es war sehr bedeutend dieses Instrument wider in die Heimstand zurück zu bringen.
00:52:59: Du bist ja nur einer von drei Deutschen?
00:53:04: Du bist nur einer von drei Deutschen, die die Stradivale Stevense überspielen dürfen.
00:53:08: Das ist der Ansoffi Mutter David
00:53:11: Garris.
00:53:11: David Garriss spielt auch eine Stradivalie?
00:53:13: Ich bin jetzt nicht im Bild, ich weiß nicht mehr alle Stradivals spielen in Deutschland.
00:53:16: Oh du!
00:53:16: Die Steven ... Ist auch noch irgendwo ein versteckter Deutscher, der
00:53:18: auch noch eine Stardival-Spiele spielt.
00:53:19: Wer weißt das?
00:53:19: Ich habe gelesen, es gibt doch drei Deutsche.
00:53:23: Gibt es noch Zukunftsprojekte, die du unbedingt machen
00:53:25: willst?
00:53:26: Also viel... Am vierzehnten vier Wortes Philharmoniekonzert, ich habe die Schule jetzt angefangen aufzubauen.
00:53:33: Das will ich auf jeden Fall ausweiten.
00:53:34: im Moment hab' ich nur fortgeschrittene Schüler.
00:53:36: Ich will das natürlich ausweite dass auch Anfänger anfangen dürfen.
00:53:40: Ich bin offen für diese ganzen neuen Filmprojekte die jetzt plötzlich an mich ran getragen werden Sowohl Scoring als auch Acting mit der Geige Im film und klar meine eigene Show weiter zu produzieren und damit auf Welttoon jetzt zu gehen.
00:53:53: Natürlich
00:53:53: was sonst?
00:53:58: Es kann da weht, daher.
00:54:00: Ich super ... So schön, dass du mein Gast warst!
00:54:02: Ganz lieben Dank.
00:54:04: Das war's schon.
00:54:05: Wir sind am Ende angelangt.
00:54:06: Danke für eure Aufmerksamkeit.
00:54:08: Danke an C-Rent.
00:54:09: Sie haben uns Seba und Hörber gemacht natürlich.
00:54:13: Ganz liebem Dank an Cootra.
00:54:15: Das ist die Garage, dass wir hier sein durften.
00:54:17: Und ganz vielen Dank natürlich an mein wunderbares Aktivkone-Team!
00:54:20: Mit Ihnen zusammen machen wir das ja hier und ohne die Gewürdesaktivkul auch nicht geben.
00:54:24: Danke, dass du bei
00:54:25: mir warst.
00:54:25: Bis zum nächsten Mal!