Nataly Kudiabor

Shownotes

In dieser Folge von Aktivkohle spricht Annabelle Mandeng mit einer der einflussreichsten Frauen der deutschen Filmbranche: Nataly Kudiabor, Geschäftsführerin und Produzentin der UFA Fiction.

Gemeinsam blicken sie zurück auf ihre Anfänge als „Einzelkämpferinnen“ ohne Vorbilder im deutschen Fernsehen, sprechen über Mut, Mentoren und Learning by Doing. Und darüber, warum Diversität keine Quote, sondern eine Haltung ist. Natalie erzählt von ihrem Weg zur Produzentin, von kreativen Entscheidungen, Netzwerken, Fehlgriffen und Erfolgen.

Wer erzählt welche Geschichten? Warum macht das einen Unterschied, vor und hinter der Kamera?
Es geht um Altersdiskriminierung, Rollenbilder, Sensitivity Reading, Verantwortung in der Branche und darum, wie Filme und Serien unsere Gesellschaft prägen können, ohne ständig alles erklären zu müssen.

Eine kluge, persönliche und inspirierende Folge über Wandel, Macht von Geschichten und die Frage, wie eine vielfältige deutsche Serien- und Filmlandschaft wirklich aussehen kann.

Jetzt reinhören – für alle, die Film, Gesellschaft und neue Perspektiven lieben.

Transkript anzeigen

00:00:20: Herzlich willkommen bei Aktivkohle.

00:00:37: Ich bin Anna-Bellmann-Deng.

00:00:39: Ich bin Deutsche mit kamerunischen Wurzeln, Schauspielerin, Moderatoren, Synchronschauspielerin und Künstlerin.

00:00:44: Und hier ist der Name Programm.

00:00:46: Denn Aktivkohle ist ja eine Substanz, die ihr alle aus der Hausapotheke kennt.

00:00:51: Sie klärt, filtert und sie ist ein Verdauungsproblem.

00:00:55: Und da es in unserer Gesellschaft leider noch einige Menschen gibt, die nicht verstanden haben.

00:00:59: wie toll Diversität ist, wie schön es ist, dass wir in einer multikulturellen Gesellschaft leben, habe ich gedacht, in diesem Podcast beweise ich, dass wir mit unseren internationalen Wurzeln eben einen Mehrwert für die gesamte deutsche Bevölkerung bedeuten.

00:01:14: Und deswegen unterhalte ich mich hier immer mit Persönlichkeiten, der wie ich auch deutsche sind, aber eben einen internationalen Hintergrund haben.

00:01:22: Deswegen Aktivkohle.

00:01:31: Und das geht natürlich auch in meinen heutigen Gast.

00:01:33: Sie ist Deutsche mit Garnaschenwurzeln und sie gehört zu den einflussreichsten Persönlichkeiten in der deutschen Filmindustrie.

00:01:39: Für sie ist Diversität nicht nur ein Ausdruck, sondern Haltung.

00:01:44: Sie erzählt authentische Geschichten mit authentischen Menschen.

00:01:48: Und sie findet, dass Kreativität und Wandel und Diversität sich nicht ausschließen, sondern sich ergänzen.

00:01:56: Sie hat einen unglaublich vollen Terminkalender.

00:01:58: Und ich bin unheimlich froh, dass sie es trotzdem geschafft hat, hier zu sein.

00:02:01: Sie ist die Geschäftsführerin und Produzentin der Ufer Fiction GmbH.

00:02:05: Natalie Kudjabor ist in der Haus!

00:02:07: Und wir haben doch Kudjabor gesagt.

00:02:14: Kudjabor.

00:02:14: Kudjabor.

00:02:19: Klasse.

00:02:20: Das Haus ist voll wegen dir.

00:02:21: So viele sind neugierig, was hinter diesem Titel steht.

00:02:24: Wir sind Riesentitelproduzenten in der Ufer.

00:02:27: Ich finde das total toll.

00:02:28: Wir kennen uns ja schon einige Jahre.

00:02:30: Ich habe das mit beobachtet.

00:02:31: Und angefangen hat das Ganze aber in den Siebzigern.

00:02:33: Wir sind ja beide Kinder der Siebziger.

00:02:37: Und da hast du gemerkt, es gibt eigentlich solche Leute wie uns gar nicht im deutschen Fernsehen.

00:02:42: Also da gibt es niemanden, der so aussieht wie du.

00:02:45: Wie hat das denn deinen Werdegang oder habt ihr die Idee mit dem Fernsehen so beeinflusst damals?

00:02:49: Erst mal möchte ich mich für die Einladung bei dir bedanken, weil ich das rein, weil ich das großartig finde, weil ich dich schon lange kenne, deine Karriereverfolge und es ist wirklich eine ganz große Ehre hier zu sein und dass du so ein Programm wieder mal auf die Beine stellst, also das schafft auch nur

00:03:02: anderen Welten.

00:03:07: Danke schön.

00:03:09: Danke für die Einladung.

00:03:10: Nein, klar, wenn man in einer kleinen Stadt zwischen Düsseldorf und Wuppertal aufwächst und eigentlich das einzige schwarze Kind an der ganzen Schule ist, guckt man natürlich immer so, wo sind die Role Models?

00:03:20: Und ich bin, glaube ich, als erstes so an Chadi hängen geblieben.

00:03:24: Du wahrscheinlich auch.

00:03:25: Und man hat hier Cosplay Show geguckt und hat halt diese amerikanischen Serien geguckt, um irgendjemanden zu finden, der genauso aussieht wie man selbst.

00:03:32: Und ich glaube, sehr viel später ist mir erst klar geworden, weil ich das im... deutschen Fernsehen gar nicht so gesehen habe, dass das ja eigentlich komisch ist.

00:03:41: Weil man das ja für so eine Normalität oder Selbstverständlichkeit sieht, sich eigentlich nicht wieder gespiegelt zu sehen.

00:03:46: Und das hat ein bisschen gedauert, bis ich gedacht habe,

00:03:49: hm.

00:03:49: Du hast dadurch Erfahrungen gemacht, natürlich.

00:03:51: Ich war auch die Einzige, übrigens in Mazzuschan, wo ich aufgewachsen bin.

00:03:53: Und ich hatte ja schon einige Gäste, bei denen es auch so war.

00:03:56: Wir hatten immer so Einzeltäterinnen gewesen.

00:03:59: Und aus uns ist ja was geworden.

00:04:01: Es hat vielleicht auch eine gewisse Triebkraft dann mit sich gebracht.

00:04:04: Wie war das bei dir?

00:04:05: Dann hat sich das... auf dich ausgewirkt, auf deine Persönlichkeit immer anders zu sein.

00:04:09: Wie geruhrt hattest du das jetzt rückblickend?

00:04:11: Ich muss sagen, was ganz lustig ist.

00:04:14: Ich bin ja groß, genauso wie du.

00:04:16: Und ich hab früher öfter gedacht, dass so Probleme, die ich hatte, mit meiner Größe zu tun haben.

00:04:22: Ich hab da ganz lange gar nicht drüber nachgedacht, dass das vielleicht was mit der Hautfarbe zu tun hat.

00:04:27: Hat vielleicht auch... Den Hintergrund, dass ich einen ganz tollen Vater hatte, ist leider schon vor zwanzig Jahren verstorben.

00:04:32: Aber der so ein großes Vorbild für mich war, den ich wahnsinnig bewundert habe und ich habe mich auch... nie gefragt, ich möchte lieber anders aussehen oder so.

00:04:40: Deswegen hab ich das immer komischerweise auf meine Größe bezogen.

00:04:44: Ich musste gestehen, ich musste sehr alt werden.

00:04:45: Ich hab jetzt selber eine Tochter, die aber eher weiß gelesen ist, aber die genauso groß ist wie ich.

00:04:50: Und die hat gewisse Probleme gar nicht wie ich.

00:04:52: Dann hab ich gedacht, ich bin zu meiner Mutter gegangen und hab gesagt, Mama,

00:04:56: die Joy,

00:04:57: die hat ja gar nicht diese Probleme, lag das vielleicht dran, dass ich schwarz bin?

00:05:00: Und sie so, was dachtest

00:05:01: du denn?

00:05:02: Dann dachte

00:05:02: ich so, okay.

00:05:04: Aber auf der anderen Seite muss man sagen, ich glaube ... dass einem so eine gewisse Naivität oder sowas eigentlich auch geschützt hat.

00:05:10: Ich weiß nicht, wie es dir gegangen ist, dass es wie so eine Art Welpenschutz ist und man sich dann einfach weiter fort bewegt, eigentlich gar nicht denkt, oh Gott, das kann ich gar nicht erreichen, weil oder so, sondern, ich mach das jetzt einfach mal und dann gucken wir mal, was passiert.

00:05:21: Und ich glaube, das hat einem geschützt.

00:05:23: tatsächlich so eine gewisse, vielleicht auch Ignoranz, Naivität, weil man gewisse Strukturen gar nicht verstanden hat damals.

00:05:29: Ja, ich glaube, man bleibt doch offen, dem gegenüber sich auch weiter entwickeln zu wollen und zu dürfen, also anstatt dass man als Zynisch wird und sich zurückzieht.

00:05:36: Ich glaube, es ist eine große Kraft.

00:05:38: das so ein bisschen auch an sich vorbeiziehen zu lassen.

00:05:40: Das kann man natürlich nicht immer, das wissen wir alle.

00:05:43: Aber wenn man die Möglichkeit hat, würde ich auch da auf jeden Fall dafür plädieren.

00:05:46: Meine Mutter hat es ganz anders gehandelt.

00:05:47: Meine Mutter ist Deutsch, mein Vater ist aus Kamerun.

00:05:50: Und meine Mutter hat immer gesagt, ihr müsst sehr gut es sein in der Schule, damit die Leute nicht denken, ihr seid doof.

00:05:55: Wir haben zum Glück gute Noten geschrieben.

00:05:57: Aber es war schon Druck auch

00:05:58: drauf,

00:05:59: also dann sich irgendwie immer beweisen zu müssen.

00:06:01: Die Unterstützer, die du hattest, so hat es seinen Vater schon genannt.

00:06:04: Gab es noch andere Menschen, die dich da besonders beeinflusst haben, die auch dir geholfen haben, durchs Leben zu gehen?

00:06:10: am Anfang?

00:06:11: Hmm, absolut.

00:06:11: Ich hatte einen ganz tollen Mentor, der Ed Prilinski.

00:06:14: Der war damals bei der Grandi Ufa, hieß es noch, Produzent.

00:06:18: Er hat aus Australien die Daily Soaps nach Deutschland gebracht.

00:06:22: Und der hat, glaube ich, sehr viele Karrieren in Deutschland möglich gemacht, also nicht nur meine.

00:06:27: Und ich erinnere mich, ich war damals Redakteurin von GZSZ.

00:06:31: ... und saß mit ihm zusammen im Auto, ich fuhr ... ... und dann sagte er so, ja Natalie ... ... ich glaube ... ... ich setze mal in der Zeit, dass du einen neuen Schritt gehst ... ... möchtest du nicht producerin werden ... ... von Verbote in die Liebe.

00:06:42: Da habe ich erst mal fast ein Auto ... ... also einen Unfall gebaut ... ... weil ich dachte, oh Gott, ich kann das nicht.

00:06:46: Ist der Irre, so ... ... und der meinte immer so ... gar kein Problem, ich bin da, du schaffst das und wenn du Fragen hast, kommst du.

00:06:53: Und ich muss gestehen, also ich glaube, Leute, die mich ein bisschen besser kennen oder die mit mir zusammenarbeiten, die haben schon öfter diesen Namen gehört, weil ich den einfach öfter zitiere, weil der immer da war, wenn man Hilfe brauchte, dem wirklich auch, glaube ich, der hat einen wirklich gesehen, glaube ich, so, und ich glaube, man braucht ja immer so diese erste Person, die an dich, die dir Mut gibt, die sagt... Hey, du kriegst hier ne Chance, ne?

00:07:16: Und ich hätte mich das nie alleine getraut, muss ich ganz ehrlich sagen.

00:07:18: Und wir haben auch über Jahre eigentlich Kontakt gehabt und immer bei so schwierigen Situationen habe ich ihn dann mal angerufen und hat ja meistens zu mir gesagt, du weißt die Antwort eigentlich schon, ne?

00:07:28: Und ich so, ja, aber ich wollte trotzdem noch mal darüber reden, ne?

00:07:30: Und so.

00:07:31: Und ich glaub, das ist immer schön, eigentlich, dass man jemanden hat, der einem noch mal so ein bisschen wie so ein Spiegel gibt und mit dem man sich noch mal so austauschen

00:07:38: kann.

00:07:38: Toll.

00:07:38: Ich hatte auch hier jemanden so.

00:07:39: Das war Klaus Ebert.

00:07:40: Er

00:07:40: war

00:07:42: ein sehr kleiner Mann, ein Meter... Ich erinnere mich, dass ich das erste Mal in seinen Büro kam.

00:07:46: Da sagt er, saal mich an, Frau Mann denkt, setzen ihn.

00:07:49: Okay, ich mich hingesetzt.

00:07:51: Dann hat Erne mich gesagt, ich bin ja Autodidaktin.

00:07:53: Ich hab ja wirklich professionell Autodidaktin.

00:07:55: Ich hab mich studiert, ich hab diesen ganzen Werdegang, weil er bei mir in den Quer einstieg.

00:07:59: Und er sagte, Sie können zwar nichts, aber ich glaube an Ihr Talent.

00:08:02: Machen Sie was draus.

00:08:02: Das war daraus bei RTL.

00:08:04: Und das hat mir wirklich den Weg gezeichnet.

00:08:06: Weil der hat mich auch machen lassen.

00:08:07: Weil der hat gedacht, der hat das gespürt.

00:08:10: Du hast ja auch, du bist zwar nicht komplett Autodidaktin, aber du bist reingerutscht ins Producing, ohne dass du eigentlich die Ausbildung dafür hattest.

00:08:17: Wie war das denn bei dir genau?

00:08:18: Also ich habe Publizistik studiert, weil ich dachte, ich werde Journalistin und mache ja ganz tolle Reportagen.

00:08:23: Das wird ganz spannend werden, alles.

00:08:25: Und dann hatte ich immerhin so ein paar, also weil ich dann eine meiner ersten Praktikums beim deutschen Fernsehfunk gemacht habe.

00:08:31: Damals war das ja noch das ehemalige DDR-Fernsehen.

00:08:34: Und ich sprach nun einigermaßen Englisch und die mussten take that interviewen und dann haben die gesagt, du kannst das machen.

00:08:39: machen, die spielst

00:08:40: doch eigentlich

00:08:40: so.

00:08:41: Wer ist das eigentlich?

00:08:42: Da musste man sich die Namen irgendwie so angucken und auswendig lernen.

00:08:46: In der Bücherei?

00:08:47: In der Bücherei.

00:08:49: Das habe ich dann irgendwie gemacht eine Zeit lang und habe dann tatsächlich über so einen Aushang an der Uni, welch Publizistik studiert habe, gesehen, dass jemand Praktikanten für das Lektorat bei RTL sucht.

00:09:00: Und dann dachte ich, nein, gut, also ich wohnte schon in Berlin und studierte hier.

00:09:03: Meine Eltern sprachen ja in Nordrhein-Westfalen.

00:09:04: Ich dachte, ihr macht das mal in den Ferien.

00:09:06: Und dann war es eben so, dass die Befurchter angefangen haben.

00:09:11: und gesagt haben, sag mal, du kommst doch aus Berlin, du machst doch da so junge Formate irgendwie.

00:09:16: Möchtest du nicht Redakteuren von GZSZ werden?

00:09:19: Das ist so krass.

00:09:20: Das ist GZSZ, aber das waren die Neunziger.

00:09:23: Und ich glaube, wenn man so... ... einigermaßen unfallfreie Sprechenkonto ... ... und sich sonst

00:09:27: noch nicht drüber

00:09:27: gestellt hat, ... ... dann haben die einen erst mal machen lassen ... ... und das ist ja irgendwie ganz interessant.

00:09:32: Also wir haben uns ja auch schon mal drüber unterhalten ... ... ich glaube dieses Learning by Doing ... ... da haben wir wahnsinnig viel ... ... also gelahnt und auch profitieren können.

00:09:39: Ich habe das Gefühl, ... ... jetzt mittlerweile gibt es total viele Ausbildungswege ... ... wo man eben ... ... keine Ahnung, man kann was studieren ... ... oder man macht irgendwie so ein duales Studium, ... ... also all diese Sachen ... ... und es gibt jetzt viel mehr Leute, ... ... die glaube ich wahnsinnig gut ausgebildet sind, ... ... aber es gibt die Jobs in dem Sinne gar nicht mehr.

00:09:53: Also ich glaube auch die waren besser, also die Leute heute sind wahrscheinlich besser ausgebildet, als wir das damals waren, als wir da bei RTL aufschlugen.

00:10:00: Wir haben uns fest gebissen.

00:10:01: Genau, wir haben mich mal losgelassen.

00:10:03: Welche Entscheidung hast du denn damals, wenn du ja zurückblickst, als eine wirklich mutige Entscheidung auch betrachte?

00:10:09: Das war ja offensichtlich ein mutiger Schritt, der nächste zur Produce.

00:10:11: Da gab es dann so Mutmomente, wo du das Gefühl hast, wow, dass ich mich das damals getraut habe.

00:10:15: Oder waren das schon die, die du geschrieben hast?

00:10:18: Also ich muss gestehen, das war auch, wenn man sich das heute so überlegt, ich war dann zwei Jahre lang tatsächlich Producerin von Verbotene Liebe, ich hab das da in Köln produziert und ich wusste eigentlich schon nach einem Jahr, dass ich gehen will.

00:10:29: Weil das wahnsinnig anstrengend war.

00:10:30: und das ist wirklich so ein twenty-four seven Job und ich wohnte in Köln, ich kam ja eigentlich aus Berlin und irgendwie dachte ich so, das reicht's dann auch.

00:10:37: Da bin ich zu meinem damaligen Chef gegangen und hab gedacht so... Jetzt kündige ich und jetzt sage ich, ich möchte das nicht mehr machen.

00:10:43: So, dann bin ich hingegangen.

00:10:44: Übrigens wird dann gerne jetzt aufhören.

00:10:45: Dann hat der gesagt, ja, aber wer soll das dann machen?

00:10:48: Dann hab ich gesagt, okay, dann mach ich das wohl weiter, ne?

00:10:50: Und dann hab ich noch ein Jahr da drauf.

00:10:52: Ich erzähl

00:10:52: das immer, aber man denkt heutzutage, wo

00:10:54: ich eigentlich

00:10:55: nicht meinen Problem habe.

00:10:56: Man ist ja dann immer dieses Pflichtbewusse, man zieht das so durch, aber nach zwei Jahren bin ich dann doch gegangen.

00:11:01: Aber ich habe tatsächlich erst jemanden überredet, der meinen Job übernommen hat, den ich habe nachfolge für mich gesucht und dann war ich raus.

00:11:06: Sehr

00:11:06: verantwortungsvoll.

00:11:08: Super.

00:11:09: Wie ist das dabei mit jungen Talenten, wenn du jetzt sagst, es hat sich ja heute verändert?

00:11:12: Wir konnten damals noch so ein bisschen ausprobieren.

00:11:15: Wir wurden eingesetzt in Positionen, die neu waren und uns wurde viel zugetraut.

00:11:19: Was gibst du jetzt den Menschen auch mit auf den Weg, die auch zu dir aufschauen?

00:11:24: Die auch sagen, Mensch, ich möchte auch Produzentin werden.

00:11:27: Aber ich weiß noch nicht, ich hab's zwar studiert, aber geht dann dieser Weg.

00:11:30: Was sagst du den Menschen, ob sie studiert haben oder nicht?

00:11:33: Wie sie ihr Leben gestalten sollten, damit sie das erreichen, was sie auch wirklich machen

00:11:36: wollen?

00:11:38: Also ich glaube, es hat ganz viel mit Netzwerken zu tun und auch mit Leuten, die vielleicht so ähnlich ticken wie man selbst, also gerade jetzt so im kreativen Bereich eine Story, die man erzählen will, was interessiert mich und... Bondet man damit jemandem?

00:11:52: Versteht der, was ich für eine Geschichte erzählen will?

00:11:54: Weil ich glaube, ich habe auch schon viele Sachen ganz falsch entschieden und gedacht, oh, ich will jetzt unbedingt den Stoff verkaufen.

00:12:00: Und dann merkte man so in der Zusammenarbeit vielleicht auch mit dem Sender oder so, oh Gott, die wollen eigentlich ganz was anderes.

00:12:04: Und das sind diese Momente, die sind echt schlimm.

00:12:07: Also, wo man merkt, oh Gott, irgendwie, es wird dann weder das eine noch das andere.

00:12:11: Und das wird meistens nicht gut.

00:12:13: Und ich habe das auch letztens mal so jüngeren Producerinnen gesagt.

00:12:16: Sucht euch immer Leute, Netzwerk, Allies, wo ihr das Gefühl habt, die stehen hinter euch und die verstehen wirklich.

00:12:24: was ihr machen wollt.

00:12:25: Also ihr sprecht dieselbe Sprache.

00:12:27: Und ich glaube wirklich so ein Netzwerk ist Gold wert, weil man immer mal jemanden braucht, den man mal fragt.

00:12:32: Also ich habe auch andere Produzenten, die in anderen Firmen arbeiten, die ich mal anrufen und sag zu mir, wie machst du das?

00:12:37: Ich bin gerade total unsicher.

00:12:39: Wie hast du das gehandelt?

00:12:40: und so?

00:12:40: Also ich glaube wirklich, sich Netzwerke suchen, irgendwie, wie sagt man, Mitstreiter suchen und dass man nicht so alleine da steht, weil ich meine, wissen tun wir es ja alle nicht.

00:12:50: Also es ist immer so ein Try and Error.

00:12:51: Und es ist gut, dass man es manchmal miteinander teilen kann.

00:12:54: Er sagt, ja, den Mist hab ich auch schon mal gemacht.

00:12:56: Mach's mal vielleicht lieber anders.

00:12:57: Das ist total wichtig.

00:12:59: Wie bist du dann von Verboten und Liebe weitergegangen?

00:13:01: Was war dann der nächste Schritt für dich?

00:13:03: Dann bin ich tatsächlich zum ersten Mal von meinem Headhunter anrufen worden.

00:13:07: Fand ich irrsinnig auf.

00:13:08: Ich wusste gar nicht, dass ich so eine Headhunter bin.

00:13:09: Aber das war wirklich spannend.

00:13:14: Da bin ich dann sozusagen von der NDRF, die neuderte Führungsgesellschaft, die die Hauptsitzung

00:13:18: München hatte.

00:13:18: Darf ich dich kennenlernen?

00:13:19: Ja, in der Zeit.

00:13:21: So lange erkennt man schon davor gestern.

00:13:24: Genau.

00:13:25: Und die haben mich so als Entwicklungschefin irgendwie eingestellt, weil die, glaube ich, so ein bisschen darauf gehofft hatten, dass ich diese Daily-Expertise mit reinbringen kann, weil die sich in dem Bereich auch weiter aufstellen wollten.

00:13:36: Und ich habe dann sozusagen deren Berliner Büro geleitet.

00:13:39: Und da bin ich tatsächlich zwölf Jahre geblieben.

00:13:41: Da muss man aber auch sagen, ich habe in der Zeit geheiratet, zwei Kinder bekommen.

00:13:45: Und ich glaube, das war insofern auch ein schöner Erhafen eigentlich.

00:13:50: Es war auch eine Zeit, wo ich sehr viel gelernt habe.

00:13:53: Du hast dich aber trotzdem dann selbstständig gemacht mit Good Friends.

00:13:56: War das auch nochmal ein großer Schritt?

00:13:57: Stimmt.

00:13:58: Ich glaube, wenn ich im Nachhinein sage, musst du die mutigste Entscheidung, die ich getroffen habe, ist, von in der Effekt zu gehen.

00:14:05: Ich glaube, es gibt so, es kennt wahrscheinlich jeder, wenn man vielleicht auch lange in so einer Arbeitsbeziehung arbeitet.

00:14:12: Manchmal fühlt man sich dann vielleicht ein bisschen wie das Mobiliar.

00:14:15: Also, wo man es gefühlt hat, man ist halt da.

00:14:18: Aber es gibt ja zwei Seiten.

00:14:19: Es gibt, glaube ich, einmal die Leute, die einen dann vielleicht auch so behandeln, aber auf der anderen Seite lässt man sich vielleicht selber auch so behandeln.

00:14:26: Also, ich glaube, das sind ja zwei Seiten derktgenau ab.

00:14:29: Und irgendwann habe ich dann gedacht, so, okay, Rumjammern ist nicht.

00:14:34: Also entweder musst du was verändern oder du musst einfach da weitermachen, aber das auch nicht mehr jammern.

00:14:39: Und dann habe ich wirklich da gekündigt.

00:14:41: und der Kollege, mit dem ich dann zusammen diese Firma gegründet habe, die Good Friends, der hatte mich schon länger so ein bisschen im Auge.

00:14:47: Und dann habe ich gesagt, ich mache das jetzt irgendwie, ziehen es durch.

00:14:49: Und dann saßen wir da zu zweit in einer kleinen Wohnung und haben dann irgendwie angefangen, Stoffe zu entwickeln.

00:14:54: Und das war Zwei-Tausend-Fünfzehn.

00:14:56: Und ich glaube, das war auch so ein bisschen unser Glück, weil damals Netflix auf den deutschen Markt gekommen ist und alle waren ja so ganz crazy.

00:15:03: Ganz andere Sachen erzählen, herrlich und spitz und mit ganz anderen Leuten vor der Kamera und hinter der Kamera.

00:15:09: Und da hatten wir die große Chance für HBO, also damals TNT, hießen die ja noch, für die Anke Greifenehle an Stoff zu entwickeln.

00:15:16: Und obwohl wir keinen Riesen-Track-Record hatten und auch keinen Autoren hatten, der schon wahnsinnig viel geschrieben hatte, damals der Benjamin Gutsche, der jetzt gerade Cassandra für Netflix gemacht hat.

00:15:26: Der hat uns da eine Supergeschichte geschrieben, Autos

00:15:28: gesetzt.

00:15:28: Und das

00:15:29: war dann unsere Visitenkarte.

00:15:30: Aber auch da hätte Anke Greifende uns nicht die Chance gegeben, das zu machen, wäre das wahrscheinlich schwieriger geworden.

00:15:37: Ja, und ihr habt damit auch Preise gewonnen.

00:15:39: Ja, haben wir ja.

00:15:40: So mit Jan Hörse-Fliefers

00:15:41: und?

00:15:41: In der Hauptrolle, genau.

00:15:42: Martina

00:15:43: Gedeck hat seine Frau gespielt.

00:15:44: Ja, hatte sogar eine so eine Doppelrolle.

00:15:46: Es war sehr lustig.

00:15:47: Eine so böse Frau.

00:15:48: Es hat so einen Spaß gemacht.

00:15:49: Sie hat auch gesagt, endlich kann sie mal böse sein.

00:15:51: Herrlich.

00:15:52: Herrlich, also die besten Rollen.

00:15:53: Das war richtig toll.

00:15:55: man sich ein bisschen prügeln kann, finde ich ja mal am besten.

00:15:58: Du hast also mittlerweile ja nur eine Jahrzehnteler Erfahrung als Produzent.

00:16:02: Man muss

00:16:02: es leider so sein.

00:16:03: Es ist gut,

00:16:04: es ist gut, aber profitieren wir, die nun nach dir kommen und auch Dinge auf die Beine stellen wollen.

00:16:12: Du bist jetzt bei der Ufer und bist du jetzt bei der Ufer-Geschäftsführung?

00:16:16: Nein, seit Geschäftsführern, ja, aber ich bin in der Ufer-Geschäftsführung im Jahr, aber ich bin in der Ufer-Geschäftsführung im Jahr, aber ich bin in der Ufer-Geschäftsführung im Jahr, aber

00:16:22: ich bin in der Ufer-Geschäftsführung im Jahr, aber ich bin in der Ufer-Geschäftsführung im Jahr, aber ich bin in der Ufer-Geschäftsführung im Jahr, aber ich bin in der Ufer-Geschäftsführung im Jahr, aber ich bin in der Ufer-Geschäftsführung im Jahr, aber ich bin in der Ufer-Geschäftsführung im Jahr, aber ich bin in der Ufer-Geschäftsführung im Jahr, aber ich bin in der Ufer-Geschäftsführung

00:16:37: im Jahr, aber ich bin in.

00:16:38: Also zuerst muss man ja sagen, ich mach das ja nicht.

00:16:40: Zum Glück muss man ja sagen, nicht alleine, es sind ja vier Geschäfte.

00:16:43: Und ich glaube auch bei so einem großen Laden macht das irgendwie auch Sinn, weil, glaube ich, jeder so ein bisschen seine Expertise hat.

00:16:52: Was ein Vorteil ist von so einem großen Produktionsvermaß, dass wir wahnsinnig viel Expertise im Haus haben.

00:17:01: Also, ob es jetzt legal ist, da haben wir auch eine Kollegin, die hier sitzt, sie hervorragend ist übrigens.

00:17:06: Genau.

00:17:07: Oder Finance oder was auch immer, oder muss irgendwelche Rechte klären.

00:17:10: Also, es ist immer irgendjemand da, den man fragen kann.

00:17:12: Das habe ich echt vorher noch nie erlebt.

00:17:14: Kollegen wahnsinnig nett und jeder hilft zu jedem eigentlich.

00:17:18: Auf der anderen Seite sind wir natürlich auch ein Unternehmen, das über Jahrzehnte gewachsen ist.

00:17:23: Und natürlich nicht mehr ganz so beweglich ist, wie man sich das vielleicht manchmal wünschen würde.

00:17:28: Und man muss immer sehr viel Energie aufwenden, um auch alle mal mitzunehmen.

00:17:34: Also das heißt, das ist oft auch gar nicht möglich.

00:17:37: Und ich glaube, mein bisschen mein Learning ist auch, ich habe eine eigene Unit, wir sind so zehn Leute.

00:17:43: Da geht das natürlich einfach viel schneller, weil man dann sozusagen so ein One-on-One auch eher hat.

00:17:48: Nichtsdestotrotz sind wir natürlich in der ganzen Firma verbunden, auch mit den anderen Produzenten.

00:17:52: Und wir gucken halt auch immer, welche Inhalte machen welche Leute.

00:17:55: Weil das ist, glaube ich, auch so ein Punkt.

00:17:57: Ich finde, total wichtig, und das wurde, glaube ich, früher nicht so oft gemacht.

00:18:01: Da hat man immer gesagt, ja, macht halt irgendjemand diesen Stoff, das ist ja wurscht, wer den macht.

00:18:04: Glaub ich, glauben wir, glaube ich nicht.

00:18:06: Weil, glaube ich, einfach die Perspektive, die man auf so einen Stoff hat, einfach anders ist.

00:18:12: Also ich glaube, ich Ich würde ein Stoff anders erzählen.

00:18:13: Sorry, wenn ich mein Mikro jetzt angefasst habe.

00:18:16: Als jemand, ich sag mal, ein weißer, heterosexueller, fünftigjähriger Mann, der auch in Berlin lebt, aber eine ganz andere Erfahrung hat.

00:18:23: Aber was ja auch total okay ist.

00:18:24: Aber ich glaube, diese Erzählperspektiven sind halt sehr individuell.

00:18:27: Und ich glaube, dass Stoffe auch besser werden, wenn jemand irgendwas hat, an einem Stoff, wo er andocken kann.

00:18:33: Also wo er für brennt oder meint, also da kann ich was mit an den Tisch bringen.

00:18:37: Und ich glaube, das macht vielleicht manchmal auch den Unterschied.

00:18:40: Was ist denn dann, kannst du denn den Finger drauf... und sagen, was machen die Kodiavor-Produktionen aus?

00:18:45: Gibt es da vielleicht eine Federführung oder gibt es da einen Wiedererkennungswert?

00:18:49: Wie siehst du das?

00:18:50: Wie gehst du an deine Produktion ran?

00:18:53: Es ist wirklich, es ist vielleicht so ein bisschen gefühlig, aber mich muss da irgendwas ansprechen, wo ich sage, also warum soll ich das jetzt nicht machen?

00:19:01: oder das könnte eigentlich auch jemand anderer machen.

00:19:02: Also ich habe auch schon Stoffe abgelehnt, die gar nicht schlecht sind, das sage ich den Leuten dann auch, aber Ich glaube, da kann ich jetzt nichts dazu beitragen, dass das vielleicht irgendwas Besonderes hat oder weiß ich nicht, dass ich jetzt nur besondere Stoffe mache, so ist es ja nicht.

00:19:16: Aber ich glaube, ich bin am besten, wenn ich dafür brenne.

00:19:20: Also das merke ich so.

00:19:21: Und wenn da irgendwas in dem Stoff ist, also ich habe zum Beispiel Marzheim und Amur mit Kollegen da irgendwie produziert.

00:19:27: Da ging es ja um, ich weiß nicht, ob ihr den Stoff kennt.

00:19:30: Das ist ja ein Berlinstoff, die Katja Ostkamp, die aus dem Osten kommt, hat den geschrieben.

00:19:33: Ich habe damals das Buch gelesen und gedacht, Wahnsinn, wie echt, wie auf Augenhöhe erzählt, aus deutsche Realität.

00:19:39: Ich bin ja eine Wessi-Braut, aber fühlte mich total angesprochen.

00:19:42: Ich habe gedacht, das muss man doch einfach machen.

00:19:44: Und dann habe ich die Rechte erwärmen können.

00:19:45: Ich habe aber auch eine Kollegin aus dem Haus gesucht, die aus dem Osten kommt, die dann diese Perspektive natürlich mitdenkt und so.

00:19:51: Aber irgendwie habe ich dafür gebrannt, weil es auch Frauen ... ... fünfundvierzig plus waren und so mich hat das einfach interessiert.

00:19:57: Und ich glaube, deswegen ... ... kann ich dann auch so einen Stoff verkaufen, weil da was dran ist ... was mich irgendwie begeistert oder wo ich dann in so eine Welt reintauche, die ich noch nicht kenne oder so.

00:20:07: Also ich versuche immer irgendwas, glaube ich, zu finden, irgendein Aspekt.

00:20:11: der mich dann noch mal neu irgendwie fordert.

00:20:14: Und das kann dann auch jedes Genre sein?

00:20:15: Absolut.

00:20:16: Also, wie gesagt, wir machen ja von diesem kleinen Drama da sozusagen in Marzahn bis zu, ich meine, jetzt haben wir mit Bastian Pastefka so ein Murder-Mystery gedreht und so.

00:20:27: Also, das ist ja auch wieder was ganz anderes.

00:20:29: Aber also, das ist eigentlich, sind eben keine Grenzen gesetzt.

00:20:32: Kommen wir euch noch auf deine Produktion noch mal zu sprechen.

00:20:34: Die Ufa hat eine sogenannte Selbstverpflichtung ja unterschrieben bis zum Jahr.

00:20:38: Das wurde ins Leben gerufen, da ging es vor allen Dingen auch um ... Diversität, um sich dann nochmal anders aufzustellen.

00:20:44: Kannst du uns nochmal was dazu erzählen, zu den Hintergründen und auch was daraus geworden ist?

00:20:48: Das war ganz interessant.

00:20:49: Also dadurch, dass der Nico Hofmann ja sehr lange bei uns CEO war, hat der sich eigentlich immer für Diversität eingesetzt.

00:20:56: Der selber kommt aus der Queeren-Community und hatte immer das auch mit im Blick.

00:21:01: Wir hatten immer so Gender, auch mit im Blick, als ich kam, vielleicht auch noch so, also BQC, das kamen so dazu.

00:21:09: Wir haben Altersdistan... also wir gucken halt wirklich, dass wir so bei verschiedenen Themen auch Leute haben, die wie so als Paten funktionieren, in unserem sogenannten Diversity Circle.

00:21:20: Und das Schöne ist, glaube ich, dass das nix war, was sich einer ausgedacht hat, sondern gesagt hat so, jetzt muss man das aber irgendwie machen, abgesehen davon ist das gerade auch ein Vogue-Kümmern-Haken-Untermann, sondern dass das wirklich schon durch Nico Ursprünglich mal sehr organisch gewachsen ist und dann immer mehr Leute dazu kamen, die gesagt haben, Mensch, das interessiert mich und dann wurde das wie so ein Blumenstrauß, der immer größer wurde.

00:21:39: Das Tolle an diesem Diversity Circle ist, die sich auch regelmäßig treffen, auch Die kannst du dann auch ansprechen, wenn du z.B.

00:21:46: zu irgendeinem Thema bei deinem Stoff gerne eine Beratung hättest oder so, dass das so viele Perspektiven vereint.

00:21:53: Und man irgendwie immer jemand hat, den man mal fragen kann.

00:21:56: Also es gibt sowieso keine dummen Fragen, glaube ich.

00:21:58: Und dann geht man mal hin und sagt immer, kannst du das Drehbuch mal lesen irgendwie?

00:22:01: Macht das hier Sinn für dich oder gibt es da irgendwie Stolpersteine?

00:22:03: oder vielleicht sehe ich da gewisse Sachen einfach gar nicht.

00:22:06: Das ist eigentlich ganz toll.

00:22:08: Und diese Selbstverpflichtung, wie gesagt, wir haben auch gesagt, wir müssen ja ein bisschen Data sammeln.

00:22:12: Also das versuchen wir auch zu machen, dass wir das auf diesen Produktionen eben... nachvollziehen, diversitätsmerkmale, gewisse Kanze natürlich nicht abfragen als auch auf freiwilliger Basis, aber um uns selber auch ein bisschen zu challenging.

00:22:24: Man muss ja auch selber sich an die eigene Nase fassen, also klar arbeitet man immer am liebsten erst mal mit Leuten, die man ihr schon kennt, aber jetzt ist so ein bisschen die Herausforderung zu sagen, so, wo gibt es denn noch Leute, mit denen ich noch nicht gearbeitet habe, die vielleicht

00:22:36: den anderen

00:22:37: Background haben.

00:22:38: Und ich bin ja ein großer Freund davon auch so eine Art, wie so eine Mischkalkulation zu haben.

00:22:43: Man kann ja auch zum Beispiel, hatten wir auch eine junge Regisseurin nehmen mit einem sehr erfangenen Kameramann oder so, also dass man einfach guckt, wie baut man so Teams auf und versucht eben auch hoffentlich neue Karrieren um hier möglich zu machen.

00:22:54: Und welche Stellschrauben nutzt ihr noch?

00:22:56: Weil ihr ja sehr viel von den Stoffen jetzt auch gesprochen, auch dafür, dass ihr hinter der Kamera dann dementsprechend auch besetzt, wie sieht es vor der Kamera aus?

00:23:02: Oder gibt es noch andere Stellschrauben?

00:23:04: Zum Beispiel die einzelnen Departments, so Make-up-Departement oder Costume-Departement.

00:23:09: Wie sieht es damit der Mischung quasi aus?

00:23:11: Also ich muss ganz ehrlich sagen, da können und müssen wir auch noch besser werden.

00:23:14: Ich glaube, das ist auch immer so ungerecht, weil man möchte immer eine erste Chance bekommen und dann wüsste, gefragt ja, was hast du schon gemacht?

00:23:22: Genau, nichts.

00:23:24: Genau, deswegen kriegst du nachher den Job nicht.

00:23:26: Also auch da, ich glaube, man muss immer irgendeinen haben, der man sagt, so, jetzt machst du das aber auch mal.

00:23:30: Also ich habe mit einer sehr jungen israelischen Queren-Regisseurin Netflix-Film gemacht, wo ich habe mich auch gesagt, ich finde die super.

00:23:36: Also wenn das schon eine, ich sag mal, normale Rom kommen ist, dann lass uns überlegen, wie irgendjemanden noch finden, der eine andere perfekte, genau.

00:23:43: Und das hat die eine tolle Agentur, weißt du so.

00:23:46: Das klappt nicht immer und ich glaube auch wirklich, man muss sich da auch noch mehr vernetzen, was so Datenbanken vielleicht angeht.

00:23:52: Also, dass man einfach weiß, wo findet man die Menschen, weil ich kann ja auch nicht irgendwie, keine Ahnung, bei Crew United, die man suchen und sagen, jetzt schmeißt mir jetzt hier mal die Leute raus, die einen anderen Background haben oder so.

00:24:03: Aber ich glaube einfach, man muss sich immer selber nochmal auch daran erinnern, dass das gut ist, nochmal die extra Meile zu gehen.

00:24:10: Du hast da schon einige mutige Stoffe umgesetzt, unter anderem auch All You Need.

00:24:14: Das ist eine Serie, die auf der ARD Mediatik erst gezeigt wurde und mit einer schwarzen, homosexuellen Hauptfigur, gespielt von Benito Bause, der war auch hier schon was zu Gast.

00:24:23: Wir haben jetzt da geschafft, dass ihr eben nicht klischeehaft erzählt.

00:24:26: Also wie habt ihr euch dann auch an vielleicht mit den Communities der LGBTQI Alples Community auseinandergesetzt?

00:24:32: Wie ist diese Serie entstanden?

00:24:34: Wie war das in der Umsetzung?

00:24:35: Auch wie der, der eben schon erwähnte Benjamin Gutsche, der selber aus der queeren Community ist, der hatte mich gefragt, ob ich den Stoff irgendwie produzieren möchte.

00:24:43: Und das für mich ist auch wieder so ein Paradebeispiel, warum dann Stoffe doch passieren.

00:24:48: Weil Christoph Pellander, der Chef von der Digetu gesagt hat, der auch aus der queeren Community kommt, ich möchte das machen.

00:24:55: Und ich glaube, sonst wäre das auch nicht passiert, seien wir ehrlich.

00:24:58: Und wir hatten auch nicht besonders viel Geld, aber wir haben gesagt, okay, wir versuchen das jetzt.

00:25:02: Und ich glaube, alleine dadurch, dass Benjamin das natürlich entwickelt hat und wir hatten wirklich da auch hinter der Kamera so viele Leute aus der Queer&Community, weil die alle Bock auf das Projekt hatten.

00:25:14: Ich glaube... Das war schon wie so ein Qualitätsgarant vielleicht.

00:25:19: Aber

00:25:20: Benito

00:25:21: ist nicht Queer.

00:25:21: Ja, das ist ja nämlich das nächste Ding.

00:25:23: Aber man muss auch sagen, das ist eine schwarze Hauptfigur, weil das hat Benjamin, das kann ich mir nicht ans Rewehr heften, immer so geschrieben.

00:25:31: Wir haben damals, da sind wir auch sehr viel gehauen worden, diese Castings gemacht und ich dachte ja tatsächlich ganz naiv.

00:25:38: Ich könnte jetzt losgehen zur Casterin und sagen, so, dann frag doch mal, wer ist hier Queer?

00:25:42: Die sollen sich doch mal bei uns bewerben.

00:25:45: Da freuen wir uns auch, diese Metallie, das geht nicht, ich so, ach so.

00:25:49: Also gut, das war dann so ein bisschen sehr naiv von mir.

00:25:52: Und natürlich haben wir die Leute dann gecastet und weil wir sie eben nicht fragen konnten, sind wir ja tatsächlich, also ich glaube dann mehr oder weniger eben nicht mit queeren Hauptdarstellenden irgendwie, also zwar nicht geendet, aber so war es damals, sind wir auch echt für gehauen worden.

00:26:06: Damals war eben auch noch nicht diese, hier die Kollegen, die sich da, was glaube ich in der Süddeutsche, damals diesen...

00:26:13: Ekt-Out

00:26:14: gemacht haben.

00:26:15: Das war da vor und ich muss sagen, hätte ich das damals gewusst, hätte ich das glaube ich auch einfach noch mal ganz klar und die Leute einfach mal...

00:26:21: Ja, genau.

00:26:21: Kommt immer

00:26:22: vorbei und so.

00:26:24: Aber natürlich denkt man jetzt im Nachhinein auch, auch da vielleicht hätten wir uns mehr Mühe geben müssen, vielleicht hätten wir noch mehr Zeit ins Casting stecken müssen und

00:26:34: so.

00:26:34: Ich meine, schwarze Person kann keine weiße Person spielen und umgekehrt.

00:26:37: Ich finde es aber grundsätzlich, finde ich... Das ist eine Diskussion, die wir uns immer wieder einlassen müssen.

00:26:44: Was darf denn ein Schauspieler sein?

00:26:45: Alles eigentlich.

00:26:47: Also letztendlich ist es ja... müsste es ja eigentlich egal sein.

00:26:50: Das müsste, finde ich, auch einen Schauspieler in der Lage sein oder in die Lage gebracht werden dürfen, im Rollstuhl eine Figur zu spielen, die im Rollstuhl sitzt.

00:26:59: Das muss nicht unbedingt von einem Rollstuhl behinderten Menschen oder einen eingeschränkten Menschen gespielt werden.

00:27:05: Was es braucht, glaube ich, ist unbedingt die Beratung durch die Community.

00:27:07: Total.

00:27:08: Wenn das funktioniert, dann wird die Geschichte am Ende doch authentisch, wenn der Schauspielende gut ist oder die Schauspielende.

00:27:17: Wie hat sich das bemerkmal gemacht im Writer's Room?

00:27:20: Hast du da gemerkt, dass es von der Zusammenstellung vielleicht auch Momente gab, wo du gedacht hast, oh, das hätte ich jetzt vielleicht auch anders erzählt.

00:27:26: und dann kam die Community und gesagt, nee, das wäre dann aber schon wieder ein Touch-Klischee oder so?

00:27:31: Absolut.

00:27:32: Also, ich finde, man muss sich da einfach zurücknehmen.

00:27:34: Also, man ist da eben nicht der Expert oder die Expertin und... Man muss Raum geben.

00:27:39: Ich finde, man kann dramaturgisch sagen, was man denkt, aber man hat einfach da keine Expertise.

00:27:44: Und wir haben auch sehr viel mit Benito selber geredet, weil es natürlich auch um Alltagsrassismus und so ging bei seiner Figur und haben uns da sehr mit ihm besprochen, wie er das fühlt.

00:27:54: Weil ich meine, ich bin eine schwarze Frau.

00:27:55: Ich weiß nicht, wie das für schwarze Männer ist und so.

00:27:57: Es war eigentlich auch nochmal sehr interessant, das zu besprechen.

00:27:59: Und wir gucken eigentlich auch bei anderen Projekten tatsächlich, dass wir auch so Sensitivity-Reading und sowas machen, dass man das kann man ja logischerweise auch sich dann mal dazu... und ich finde das auch eine sehr, sehr schlaue Sache.

00:28:09: Gutes Investment.

00:28:10: Nein, und vor allem wenn man selber auch aus einer marginalisierten Gruppe kommt, das bedeutet ja nicht, dass man deswegen eine Sensibilität hat für alle.

00:28:19: Also ich latsche da genauso in den Pfadtenabfreien wie alle anderen und hab da meine blinden Flecke, also deswegen ist das immer, glaube ich, das mal gut beraten, sich da ein bisschen Unterstützung zu holen.

00:28:28: Wir kommen zu einer kleinen Kurzfrage-Runde, meine Liebe.

00:28:35: Kurze Fragen, kurze Antworten.

00:28:38: Wenn möglich, macht aber auch nichts Sinn.

00:28:42: Welches persönliche Erlebnis hat deinen Blick auf Diversität am stärksten geformt oder geprägt?

00:28:47: George Floyd.

00:28:49: Ja, so spät auch bei mir auch.

00:28:52: Welche Serien und Filme, Bücher oder haben dich inspirieren dich aktuell?

00:28:58: Besonders und warum?

00:28:59: Also ich muss sagen, schwarze Früchte, du hattest ja auch da,

00:29:01: du hattest ja auch hier.

00:29:02: Ja, Lamindira war auch schon da.

00:29:03: Ja, aber

00:29:05: Blau und Patra gewonnen, super.

00:29:06: Ja,

00:29:07: genau.

00:29:07: Aber

00:29:07: auch Hungry.

00:29:08: Also auch ein sehr, sehr tolles Format.

00:29:10: Das muss ich sagen von einer jungen, tollen Produzentin, Autorin, Schauspielerin, glaube ich, genau.

00:29:15: Also finde ich sehr, sehr beeindruckend, muss ich sagen.

00:29:19: Und was war zuletzt eine Produktion, die dich positiv überrascht hat, weil sie vielleicht unerwartet nichts die Röhrtyp war?

00:29:28: Also ich glaube, es ist, wir haben sicherlich alle schon drüber geredet, Bridgeten immer noch, weil ich einfach sagen muss, dass ich selber gemerkt habe, dass ich in meinem Hinterkopf abliefe, ach so, irgendwann werden die erzählen, eigentlich waren das ja Sklaven und deswegen sind die jetzt irgendwie anders und so.

00:29:42: Ach so, erzählt gar keiner, wird gar nicht.

00:29:45: Und das war für mich so ein Aha-Moment auch, dass ich dachte, es ist krass, wie tief das selber auch in meinem Erleben und in meinem See-Verhalten drin steckt und dass das dann einfach gar nicht thematisiert wird.

00:29:58: Mal Zeit, das mit deiner Familie.

00:30:00: Die wenige Zeit, was macht ihr denn am liebsten?

00:30:02: Ich lasse mich bekochen von meinen Kindern, weil ich gar nicht gerne koche.

00:30:07: Und die können das mittlerweile viel besser.

00:30:09: Ich weiß nicht, ob das bei denen jetzt so ein Überlebens- ... Überlebens- ... Manu war es, aber ...

00:30:14: Ich hab auch schon mit angefangen, fünf zu kochen.

00:30:17: Du meinst das ein Wink beim Zaunfall?

00:30:18: Nein, aber vielleicht sind

00:30:20: die auch einfach nur inspiriert.

00:30:21: Das ist

00:30:21: auch schön.

00:30:22: Erkochen

00:30:23: macht ja total Spaß, finde ich.

00:30:24: Wie schaffst du denn den Ausgleich ... abgesehen ist mit der Zeit, mit der Familie, wenn du jetzt so intensive Produktion hast.

00:30:29: Heute zum Beispiel bei Haus und Tag.

00:30:31: Da kommt manchmal alles zusammen.

00:30:33: Hast du da Rituale?

00:30:34: Gibt es da für dich Möglichkeiten, wo du sagst, da komme ich wieder zu dir?

00:30:37: Zu mir?

00:30:38: Wie machst du das?

00:30:39: Also ich glaube grundsätzlich versuche ich mir auch mal Nein zu sagen bei Sachen, die einfach viel sind und das dann von mir weg zu halten.

00:30:48: Aber ansonsten, ich habe einen kleinen Garten und momentan ärgert mich die Eiche, weil ich die ganze Zeit diese Eicheln runterschmeiß und ich die eigentlich immer dann so zusammenkehren muss.

00:30:58: Erst habe ich mich wahnsinnig geärgert und dann dachte ich, es ist ja total meditativ.

00:31:01: Ich habe jetzt einen Rechen gekauft.

00:31:02: Ich wollte es an beiden Seiten benutzen, dann rechte ich das so.

00:31:06: Ich finde es ganz toll.

00:31:07: Es bringt mich voll runter.

00:31:09: Sennmäßig.

00:31:10: Ich

00:31:11: brauche dich gar nicht nach Routinen fragen, die du sonst noch hast.

00:31:13: Nein, der Rechen macht es super.

00:31:14: Wann fühlst du dich denn als Produzentin erfüllt?

00:31:17: Gefühl, das hat jetzt richtig was gegeben.

00:31:19: Ganz unabhängig von Kritiken, von Quoten oder sonst was.

00:31:23: Ich glaube tatsächlich,

00:31:24: der tollste Moment ist, wenn man eine Idee hat, man kommt zum Beispiel in ein Writers' Room und die Energie, die sich da entfalten kann.

00:31:32: Es gibt zum Beispiel, ich weiß noch genau, als wir das erste Mal ein Writers' Room hatten nach der Pandemie, wo man das alles nur so online gemacht hat, das war echt krass.

00:31:39: Und dann saßen wir alle zum ersten Mal wieder im Raum und das war wie so eine Explosion, wo man einfach gemerkt hat, es klickt so, ne?

00:31:46: Also man klickt so mit den anderen Leuten zusammen und man merkt ja auch, das läuft jetzt mit der Geschichte.

00:31:50: Oh ja, das funktioniert, hat noch einer eine Idee.

00:31:53: Idee und dann wird es immer besser, kann auch genau anders laufen.

00:31:56: Aber diese Momente, das ist wirklich, finde ich, das Schönste am Job, wenn man merkt, so eine Geschichte kommt ans Laufen.

00:32:01: Das ist wirklich schön.

00:32:02: Gibt es da einen Kriterium bei Drehbüchern, wo du sagst, oh, das ist eine rote Flagge, das fahr ich nicht ab?

00:32:07: Na, gewisse Erzählperspektiven, die ich finde, auserzählt sind, die wir jetzt alle sehr, sehr lange und oft gesehen haben, haben sicherlich auch ihre Berechtigung.

00:32:14: Ich möchte die selber noch nicht produzieren.

00:32:16: Was ist dein Lieblingsessen von deinen Kindern vielleicht gekocht?

00:32:21: Mein Sohn hat letztens... Hühnchen frittiert, hört sich total eklig an.

00:32:27: Hat er sich irgendwie bei YouTube irgendwas eingeguckt und hat dann alle Zutaten besorgt und es war wahnsinnig lecker.

00:32:33: Was ist dein Lieblings-Element?

00:32:35: Gehst du lieber in den Bergen wandern oder im Meer schwimmen oder machst du Drachenfliegen, Bergewasser?

00:32:39: Wasser.

00:32:40: Wasser.

00:32:41: Gibt es einen Moment, der dich zuletzt stolz gemacht hat?

00:32:44: Als Privatperson oder als Produzent?

00:32:46: Oh ja, wenn du in meinem Unfeld wärst, du würdest das jetzt schon tausendmal gehört, weil ich jedem erzähle, dass ich jetzt einen Surfkurs gemacht habe.

00:32:52: Ein Wellenreitenkurs.

00:32:53: Ich war dieses Jahr auf Bali.

00:32:55: Ich hab gedacht, so raus aus der Comfort Zone und bei unserer Größe auf so einem Brett.

00:33:00: Aber ich wollte am Anfang sterben, als ich da stand und der balinesische, sehr entspannte, der meinte, ich hab hier jeden schon zum Selfen bekommen.

00:33:10: Er sagt halt, just breathe.

00:33:12: Und dann hab ich dich gedacht, okay.

00:33:14: Und dann ging's plötzlich.

00:33:15: Und das war wirklich toll.

00:33:17: Super.

00:33:17: Das war das Ende der Kurzfallgerunde.

00:33:19: Vielen Dank.

00:33:28: Super.

00:33:28: Bye.

00:33:28: Du hast es schon angesprochen.

00:33:29: Alter ist auch ein Riesenthema.

00:33:31: Also durch Marzahn, Mon Amour auch schon.

00:33:33: Neben der Diversität.

00:33:34: Also Frauen über siebenundvierzig.

00:33:36: Let's change the picture.

00:33:37: Die picture wurde ja auch von Gesine zu Krofske ins Ring gerufen.

00:33:40: Frauen über siebenundvierzig verschwinden mehr und mehr aus den Hauptrollen, überhaupt aus den deutschen Medien.

00:33:44: Aber es ist ja ein nicht verständliches Phänomen, denn twenty-fünf Prozent der deutschen Bevölkerung sind Frauen über siebenundvierzig und wir sind ja auch sehr kauffreudig.

00:33:54: Wie beurteilst du das Phänomen?

00:33:57: Ja, es ist total banal, ne?

00:33:58: Also ganz ehrlich, ich gucke jetzt auch nicht nur Sachen, wo Frauen in meinem Alter die Protagonisten sind, es ist ja totaler Unsinn.

00:34:04: Also ich gucke mir ja auch jüngere Sachen gerne an und ich glaube auch, dass junge Leute teilweise Sachen an gucken, über ältere, hier so, wie ist das noch?

00:34:11: Franke und Grace, Grace und Franke, dieses tolle Format.

00:34:14: Also, ich bin nicht total bescheuert.

00:34:16: Also ich glaube, wenn die Geschichte gut ist, dann gehst du da auch mit.

00:34:19: Also ich habe mal letztens mit meiner Mutter unterhalten, die ist ja schon dreiundachtzig.

00:34:23: Meint ich, ich will nicht immer so Sachen mit alten Frauen sehen.

00:34:27: Also, das ist sozusagen, sie will ja nicht nur, ich sag mal, alltagsgerecht, ihre eigene Generation vertreten sehen.

00:34:32: Natürlich erinnert sich daran, wie es war, vielleicht sich zum ersten Mal zu verlieben.

00:34:36: Wie war es, als man das erste Kind bekommen hat oder so, ne?

00:34:38: Also, ich glaube, da muss man viel durchlässiger werden.

00:34:40: In beide Richtungen.

00:34:41: In beide Richtungen.

00:34:42: Also, ich glaube, die Story muss mich am Ende des Tages abholen.

00:34:44: Aber es ist schon so, dass auch ältere Frauen oder ältere Figuren grundsätzlich auch andere Qualitäten mit sich bringen.

00:34:49: Die können auch eine Geschichte anders erzählen.

00:34:51: Total.

00:34:51: Wie siehst du das denn?

00:34:52: Also, wenn es geht, es ist ja wirklich so... Frauen über siebenundvierzig.

00:34:55: Bei mir ist es zum Glück nicht so.

00:34:57: Ich fange meine Karriere eigentlich jetzt erst an.

00:34:59: Ich habe ja mit achtundvierzig dann zum ersten Mal Berlin Alexanderplatz, dann kam Vikings, weil halt habe ich eine Kriegerin gespielt.

00:35:04: Da war ich fünfzig.

00:35:05: Also super.

00:35:07: Aber normalerweise ist das nicht so.

00:35:09: Und ich weiß, das ist ein Riesenproblem.

00:35:11: Wieso

00:35:12: findet das so statt?

00:35:13: Was glaubst du, was steckt dahinter?

00:35:15: Ist das eine Angst von den Produktionen?

00:35:17: Das macht doch gar keinen Sinn.

00:35:18: Ich weiß gar nicht, ob es die Produktion sind.

00:35:20: Vielleicht muss man sich auch mal die ProduzentInnen angucken, weiß ich nicht.

00:35:24: Also ich finde das, wie gesagt, mal zwei Monate am Uhr.

00:35:27: Ich fand das super mit den Frauen da in dem Alter und fand das auch sehr, glaube ich, authentisch erzählt.

00:35:32: Ich glaube nicht, dass es... Also ich weiß nicht, wer zu Netflix geht, dass sie jetzt sagen, nee, die ist mir jetzt so alt, die Hauptfigur, deswegen machen wir das nicht.

00:35:40: Das glaube ich einfach nicht.

00:35:41: Vielleicht steckt es einfach so tief drin, weil das über Jahrzehnte tatsächlich immer man sehr gerne die männlichen Hauptfiguren hatte und sozusagen sagt man so, dass das Maß aller Dinge war.

00:35:51: Und wenn der Mann irgendwie sechzig, siebzig ist es auch gar kein Problem.

00:35:54: Aber die Frau wird immer jünger.

00:35:57: Aber ich glaube einfach, dass es vielleicht steckt noch so ein bisschen zu sehr in dieser FernsehdNA drin.

00:36:02: In alten

00:36:03: Strukturen.

00:36:04: Was steckt denn in der Ufer-Serien-Ausschreibung Perspektive Matters?

00:36:09: Da hat meine tolle Kollegin, die Doro Goldstein, hatte da die Federführung und wir haben eigentlich gedacht, wo sind denn die tollen Geschichten?

00:36:18: Fünfzig Plus.

00:36:20: Und wir haben so viele Einsendungen bekommen und das war so spannend.

00:36:24: Also es waren richtig viele tolle Stoffe, die gesprüht haben vor, weiß ich nicht, Abenteuer, Lust, spannende Figuren und so.

00:36:32: Geschichte oder die witzigerweise auch viele, die so ähnlich waren.

00:36:36: Das waren auch so ganz interessant, wo sich so verschiedene Geschichte-Elemente wiederholt haben.

00:36:42: Aber wir waren so begeistert.

00:36:44: Also wir haben jetzt eine Gewinnerin ja gekürt, die ganz Tolles.

00:36:48: Ja, da geht es um Tänzer, die schon etwas älter sind.

00:36:51: Das ist eine ganz, ganz berührende Geschichte.

00:36:53: Aber wir haben auch noch mehr Stoffe gefunden, die wir tatsächlich auch noch mal weiter angucken werden, weil das wirklich toll war und ich hätte gar nicht gedacht, wie viele Leute sich da auch beteiligen würden.

00:37:04: Also wirklich schön, hat unheimlich viel Spaß gemacht.

00:37:07: Gab

00:37:07: es da einen Stoff, wo du gesagt hast, das hättest du jetzt gar nicht erwartet?

00:37:10: Es gab einen ganz tollen Stoff mit drei schwarzen Frauen, die waren sehr, sehr cool drauf und das hat mir jetzt sehr gefallen.

00:37:19: Ja, ja, ja.

00:37:21: Na gut, darüber reden wir dann.

00:37:22: Das wird es auf jeden Fall.

00:37:23: Wird es diesen Stoff geben?

00:37:24: Genau, super.

00:37:27: Wie sieht es denn für dich persönlich?

00:37:28: aus, was das Ideal der Serien- und Filmlandschaft angeht in Deutschland.

00:37:33: Gibt es dein Ideal in deinen Augen, wie es auszusehen hätte oder was schön wäre, wenn es aussehen würde?

00:37:40: Ich mein, grundsätzlich glaube ich, dass erleben wir ja alle gibt es einen totalen Backlash.

00:37:45: Also ich finde, das ist ja fast schon reaktionär.

00:37:47: und also das, was man sich glaube ich in den letzten zwei, drei Jahren... erarbeitet, erkämpft hat vielleicht, eine Offenheit anderer Erzählperspektiven einzunehmen.

00:37:56: Das ist ja irgendwie gar kein Thema mehr.

00:37:58: Also man hat gerade bei den amerikanischen Firmen natürlich auch so ein bisschen das Gefühl, dass die, ich will jetzt nicht sagen, einknicken, aber schon dann denken, oh okay, dann brauchen wir uns darum irgendwie nicht mehr zu kümmern und so.

00:38:08: Also das ist schon spürbar.

00:38:11: Es ist schwieriger andere Perspektiven zu erzählen.

00:38:14: Grundsätzlich finde ich ja, es ist total spannend, Stories zu erzählen, die gar nicht Ich sage, man anders sein oder so thematisieren.

00:38:23: Also ich will ja auch nicht ständig erzählen, oh, das ist Natalie, die ist schwarz und die ist Produzentin und so, sondern ich hoffe, ich bin eine gute Produzentin am Ende des Tages.

00:38:32: Und ich glaube so diese Geschichten, wo das mit einer Selbstverständlichkeit erzählt wird, ohne dass jetzt immer das nochmal Thema ist, also so selbst referenziell, das sind die besten Geschichten, wo ich mir nicht mehr die Frage stelle, warum ist jetzt der Chefarzt schwarz oder der weiß ich nicht was?

00:38:46: Also wir hatten jetzt zum Beispiel kleine Ausflug nochmal mit Besetzung.

00:38:51: Wir hatten eine Rolle zu besetzen, das sollte ein Hamburger Staatsanwalt sein.

00:38:59: einen türkischen, also mehrere, sogar türkische Schauspieler eingeladen und der Kollege sagte zu mir, der über fünfzig ist, er hätte am Anfang gedacht, dass wir einen Fehler gemacht haben, weil er noch nie eine Rolle mit Abitur gespielt hat.

00:39:10: Und das hat mich echt geschockt.

00:39:11: Wahnsinn,

00:39:11: im Jahr zwei tausend

00:39:13: und zwanzig sprechen wir hier und das fand ich echt krass.

00:39:18: Und wir haben die Rolle hatte auch einen deutschen Namen.

00:39:19: Ich habe gesagt, das ist mir egal.

00:39:21: Das haben wir auch knallhart so gelassen und gar nicht weiter erklärt.

00:39:24: Uns interessiert ja auch keinen.

00:39:25: Und ich finde, so sollte es sein, dass man einfach sagt, ja warum der nicht?

00:39:29: Also warum kannst du jetzt nicht Sarah Schmidt heißen und bis Bäckerei Fachverkäuferin oder was weiß ich?

00:39:34: Also ohne dass man da irgendwas immer miterzählen muss, sondern dass das wirklich diese Selbstverständlichkeit bekommt.

00:39:40: Also ich bin so ein bisschen ermüdet von diesem

00:39:42: Erklärer.

00:39:43: Da muss er in dieser Stelle nochmal eingehen.

00:39:51: Auch das mittlerweile berühmte Zitat unseres Bundeskanzlers zum Stadtbild.

00:39:56: Das hat ja auch... losgetreten, dass die Lage in der Bevölkerung noch mal ganz deutlich zutage treten.

00:40:02: Wie beurteilst du so eine Aussage von so einem Amt und wie können auch Filme und Serien dazu beitragen, dass eine Spaltung eben nicht stattfindet?

00:40:12: Na, ich glaube, dass sich der Herr Merz keine Gedanken darüber macht, was das für Leute auf der Straße bedeutet.

00:40:19: Also die schwarzen jungen Männer oder muslimischen Männer, die sowieso in der Bahn sitzen und sehen, dass die Oma erst mal weiter wegrückt und die Handtasche festhält.

00:40:28: Also ich glaube, das unterschätzt der, weil in so einem Amt hat man, glaube ich, echt auch noch mal eine andere Verantwortung, sich zu überlegen, was man sagt.

00:40:37: Ich glaube grundsätzlich, was wir wirklich können, weil wir sind Storyteller.

00:40:41: Also ich bin keine Aktivistin, würde ich jetzt so nicht sagen, aber ich glaube einfach, ich versuche in meinem Bereich, Geschichten zu erzählen, wo man, mit denen man Leute erreichen kann.

00:40:49: Und ich glaube jetzt zum Beispiel, Humor ist ja auch so eine Waffe, also wo man sagt, man erzählt was Humorvolles und so könnte man, kann man die Leute irgendwie abholen oder auch dazu bringen sich vielleicht was anzugucken, was sie sich sonst halt nicht angucken würden.

00:41:00: Und da haben wir, glaube ich, sehr viele Möglichkeiten auch in der Wahrnehmung im Fernsehen, wenn ich ihn einschalte, irgendwie so eine ganz selbstverständliche Diversität zu sehen und sagen, ja, das ist auch das Stadtbild, das ist das Bild von Deutschland, schaut es euch an und das ist auch jetzt nichts Außergewöhnliches.

00:41:18: Wir kommen, wir

00:41:24: kommen zu einem kleinen Assoziationsspiel.

00:41:29: Liebe ich ja immer.

00:41:32: Ich bereite meine Gäste natürlich vor.

00:41:33: Sie bekommen vorher die Fragen, können auch sagen, geh darauf rüber.

00:41:35: Ich habe keine Lust, darüber zu sprechen.

00:41:36: Und darüber möchte ich noch mehr sprechen, weil es mir sehr wichtig ist, dass es eben hier auch ein Wohlfühlraum ist.

00:41:41: Das Assoziationsspiel ist aber immer eine Überraschung.

00:41:44: Ich sage ein Wort.

00:41:47: Ist doch gar nicht schlimm.

00:41:48: Ich sage ein Wort.

00:41:49: Und du sagst das Wort, was du damit assoziierst, was dir dazu einfällt.

00:41:53: Das kann blau, ich kann sagen blau.

00:41:54: und dann sagst du Himmel.

00:41:55: Nass, Wasser.

00:41:58: Resilienz, hohe Filme.

00:42:05: Bund.

00:42:06: Familie.

00:42:07: Warme.

00:42:09: Ghana.

00:42:10: Wurzeln.

00:42:11: Deutschland.

00:42:13: Wurzel.

00:42:15: Vermächtnis.

00:42:17: Großes Wort.

00:42:18: Ich weiß, ich weiß.

00:42:20: Ich habe lange überlegt, aber ich dachte,

00:42:22: oh, das finde ich schwierig.

00:42:23: Das weiß ich gar nicht.

00:42:26: Vielleicht mein Vater hat tatsächlich einen Köln.

00:42:29: Strukturen.

00:42:31: Sehr deutsch.

00:42:33: Hobbys.

00:42:34: Sport.

00:42:36: Ich dachte, du hast keine Ahnung, ich hab mich nichts gefunden.

00:42:39: Geheimnis.

00:42:40: Das ist kein ... Ruhe.

00:42:43: Schlafen.

00:42:45: Aktiv.

00:42:47: Sport.

00:42:49: Kohle musst du sagen!

00:42:50: Kohle!

00:42:50: Aktiv!

00:42:51: Kohle!

00:43:01: Ist ja der Running Gang, Running Gang.

00:43:04: War so drin in meinem ... Das

00:43:06: war eine tolle Frau.

00:43:10: Ganz tolle Frau.

00:43:12: Ganz

00:43:13: tolle Frau, ganz tolle Schauspielerin.

00:43:14: Ich hab gesagt, aktiv und sie passiven.

00:43:17: Passivskohle.

00:43:20: Das war das Ende des Assoziationsspiels.

00:43:25: Das ist das Persennnis.

00:43:27: Ich war auch

00:43:27: nicht.

00:43:28: Natalie Goudia-Boy ist in der Haus.

00:43:29: Geschäftsführerin und Produzentin der Ufa Fiction.

00:43:33: Wanda.

00:43:34: Das war die erste deutsche Apple Original-Serie, die ihr produziert habt.

00:43:38: Die habt ihr mit der Ufa Global gelongt.

00:43:42: Was waren denn dann bei dieser Serie dann die Unterschiede von Tonalität auf, vielleicht auch von den Themen und das Casting betreffen, damit das eben auch global funktioniert?

00:43:51: Ja, das war ganz interessant.

00:43:52: Wenn man jetzt hier für Streamer arbeitet, sonst für Netflix, Disney, Amazon oder so, die machen ja immer Global für Global.

00:43:59: Das heißt also, man muss Stoffe finden, die zwar irgendwie universell funktionieren, aber tatsächlich eine deutsche Perspekt, also in Deutschland verankert sind, einen deutschen Erzählengel drin haben.

00:44:10: Bei Apple war es so, die wollen einfach nur, dass die Geschichte universell funktioniert und dass die halt überall in allen Märkten gut funktionieren kann.

00:44:16: Also das war wirklich nochmal ein komplett anderer Ansatz für uns.

00:44:19: Und wir haben ja auch einen, also wir wollten natürlich in Deutschland erzählen, dass vielleicht für den Deutschen immer noch wiedererkennbar ist, aber doch in einer gewissen Überhöhung.

00:44:27: Also wenn man sich unser Sundersheim, so heißt der Ort, bei dem man in den Weswander spielt.

00:44:32: Wenn man das sieht, ist es natürlich, den Namen gibt es auch nicht.

00:44:34: Also das haben wir schon etwas erfunden und es sieht alles so ein bisschen sehr gestaltet aus.

00:44:38: Aber es war schon eine Herausforderung und auch noch mal interessant für diesen neuen Anbieter zu arbeiten, weil man, wenn man ehrlich ist, natürlich auch selber ein bisschen beeindruckt ist und denkt, oh Gott, das ist für den Apple TV Plus, wie cool ist das denn?

00:44:49: Und am Ende des Tages natürlich kochen die auch mit Wasser, was eine schöne Erkenntnis ist und so.

00:44:56: Aber das war schon auch noch mal interessant von der Zusammenarbeit, also auf was die Wert liegen.

00:45:01: Und ich muss jetzt hier mal was spoilern, wenn hier Leute Apple TV gucken, achtet mal drauf.

00:45:08: Welche Handys die Bösen haben und welche...

00:45:13: Okay, das ist klar.

00:45:15: Sehr interessant.

00:45:16: Man darf auch mit den Geräten nicht alles machen, was man machen möchte.

00:45:21: Man darf es zum Beispiel nicht auf den Boden werfen oder aus dem Fenster schmeißen.

00:45:25: Und gewisse Worte darf man auch nicht sagen.

00:45:27: Also da sind die sehr streng.

00:45:29: Und ich glaube, da gibt es wirklich so ein interessantes Problem.

00:45:33: Und es gibt eine sehr lustige Geschichte, weil wir halt nicht sagen dürfen.

00:45:38: So.

00:45:39: Und dann haben wir das in den deutschen Skripten überall mit Scheiße, verdammte Scheiße irgendwie verändert.

00:45:48: Wir müssen aber, wenn wir unsere deutschen Folgen den englischen Kollegen schicken, das untertiteln.

00:45:56: Und da stand dann wieder Fakt drin.

00:45:57: Da hatten wir ein Problem.

00:45:58: Das hat

00:45:59: das quasi genauso

00:46:00: wieder.

00:46:00: Ja, das war echt lustig.

00:46:02: Und wir so, um Gottes Willes muss das wieder ändern und so.

00:46:04: Aber da sind die sehr empfindlich.

00:46:05: Also es gibt so gewisse Sachen, die sind wirklich totale No-Goes, wo man sagen würde, ich glaube bei Netflix oder so ist das alles gar kein Problem.

00:46:11: Aber da haben die, ich glaube, international wird es geloncht.

00:46:13: Ich meine, bei Netflix wird es ja auch international geloncht, ist ja eigentlich dasselbe.

00:46:17: Aber da haben die schon auch noch mal stärker eine Auge drauf.

00:46:20: Und wahrscheinlich auch, weil die natürlich ihre Marke noch mal anders schützen wollen, als jetzt jemand, der nur ein Streamer... Ja,

00:46:27: genau.

00:46:28: Weil das natürlich noch mit anderen Geräten zu

00:46:29: tun

00:46:30: hat.

00:46:30: Würdest du dir denn wünschen, dass es einige Genres gibt in Deutschland, die noch mehr nach vorne kommen?

00:46:35: Ich finde zum Beispiel Abenteuerfilme gibt es in Deutschland nicht so richtig.

00:46:38: Actionfilme sind so... Ich habe in einem mitgespielt, der war super, exterritorial.

00:46:42: Ich habe nicht die Actionfilme gespielt.

00:46:43: Herr Vorath, wer hat den gesehen?

00:46:44: Mega!

00:46:44: Und Anna Bell mega in einem Film.

00:46:47: Aber das ist selten.

00:46:49: Es war der erfolgreichste deutsche Produktion auf Netflix mit neunzig Millionen Glicks.

00:46:53: Aber es war eine absolute Ausnahme.

00:46:55: Was fehlt in den Deutschen, dass sie darin nicht so gut sind?

00:46:58: Also was jetzt Action angeht, was auch Abenteuer angeht, auch Science-Fiction angeht.

00:47:02: Wie wortalst du das?

00:47:04: Ich glaube, das sind so Genres, die tatsächlich international sehr gut funktionieren.

00:47:07: Und ich kann mir auch fast vorstellen, ich weiß das nicht mit den Zahlen bei deinem Film, bei X-Territorial.

00:47:12: Aber ich würde fast darauf wetten, dass das außerhalb von Deutschland besser gelaufen ist als in Deutschland.

00:47:17: Weil die Deutschen immer gerne so ein bisschen so, hm, darf der das, dürfen die das, warum nicht?

00:47:23: Na ja, das ist ein deutscher Film, es sieht ja gar nicht so schlecht aus.

00:47:27: Also es ist ja immer mal diese Leier und so.

00:47:30: Und anstatt dass man sagt, ja, macht man einfach mal.

00:47:32: Es gab ja auch mal diesen Horrorfilm, der, wie heißt das, irgendwas mit Plain, irgendwie so mit Vampiren, die im Flugzeug waren, auch bei Netflix.

00:47:39: Ich glaube, das ist international ein Riesenhit gewesen in Deutschland, so ein bisschen Vampire in Deutschland.

00:47:44: Gibt es

00:47:46: nicht?

00:47:46: Also es ist immer so ein bisschen mühsam.

00:47:47: Gibt es die überhaupt?

00:47:48: Ja, ja, also ich glaube wirklich, da muss der Deutsche sich ein bisschen locker machen.

00:47:51: Weil man kauft es, wenn man nicht das Gefühl hat, das ist ein deutsches Produkt.

00:47:54: Okay,

00:47:56: wow.

00:47:56: Alles klar.

00:47:57: Mein letzter Gast habe ich schon angekündigt.

00:47:58: Die Sheri Hagenweier bei mir.

00:48:00: Deutsche Filmemacherin, Schauspielerin, Autorin.

00:48:03: Sie möchte von dir wissen, wann denn die Ufa mal eine Serie oder einen Film produziert, in der nicht mehr nur eine Figur schwarz ist, sondern mehrere, also Hauptfigur schwarz war, mehrere.

00:48:13: Wir haben ja gesehen, Sam ein Sachse, da das wunderbar funktioniert, das war eine Kooperation mit Pantatay mit Malik Bauer, die auch schon hier war, hat dann die Hauptfigur gespielt, hat auch Preise gewonnen, genauso wie die Serie, den Grimmepreis auch gewonnen, das hat ja super geklappt.

00:48:28: Aber was braucht es, damit die Ufa sagt, so jetzt gehen wir noch mal die Schritte weiter?

00:48:32: immer irgendwie vom Stoff auch ab.

00:48:34: Also ich meine, wir haben jetzt auch Nikita, die spielt ja auch bei uns in der zweiten Staffel wieder, Hauptrolle bei Where's Wonder.

00:48:39: Wir haben sehr viele Nicht-Weißer-Schrauspielen auch dabei, aber in den Hauptrollen können wir besser werden.

00:48:45: Das stimmt, liebe Sherry, das stimmt.

00:48:47: Aber ich entwickle zum Beispiel auch mit Alice Hasters eine Comedy zu ihrem bekannten Buch.

00:48:55: Und das wird natürlich eine Familie sein, die schwarz ist.

00:49:00: Deswegen, glaube ich, da

00:49:02: lernen wir es auch.

00:49:02: Super.

00:49:02: Geht doch.

00:49:04: Toll.

00:49:04: Bei einem absoluter Bestseller, was meistens Menschen über Rassismus wissen sollten, aber nicht hören wollen.

00:49:09: Mein nächster Gast ist tatsächlich der echte Sam-Einsachse.

00:49:13: Nämlich Samuel Merviere, auf der Lebensgeschichte basiert diese Disney-Serie.

00:49:17: Und er kommt zu mir, das freut mich sehr.

00:49:19: Was für eine Frage hast du an ihn?

00:49:22: Eine ganz spannende Person, ne?

00:49:23: Also... Sehr

00:49:24: kontroverse Person.

00:49:25: Meine

00:49:25: Lesen sind wirklich ganz, ganz interessant.

00:49:27: Ich glaube, ich würde ihn gerne fragen... Mit dem Wissen, was er jetzt hat, was würde er seinem Jüngeren nicht raten?

00:49:35: Gute Frage, weil der hat echt einiges durchgemacht.

00:49:37: Super!

00:49:37: Ich danke dir!

00:49:38: Nathalie Kudiabor!

00:49:39: Immer hart!

00:49:39: Das war's!

00:49:40: Kudiabor, Kudiabor!

00:49:48: Danke an Nathalie!

00:49:51: Danke an Kutner, wo wir heute wieder auch zeichnen durften.

00:49:55: Vielen Dank an Cio Renzi, das technische Equipment, damit wir sichtbar und hörbar waren.

00:49:58: Vielen Dank an Marc Norgaard, Berlin.

00:50:01: Und auch Colorful Standards für die Ausstattung.

00:50:04: Und natürlich danke an mein wunderbares Aktivkode-Team.

00:50:08: Ich liebe euch alle.

00:50:09: Vielen Dank ans Publikum.

00:50:10: Danke, dass ihr da wart.

00:50:11: Bis zum nächsten Mal.

00:50:12: Hier bei Aktivkode!

00:50:23: Danke schön!

00:50:24: Super!